Michael Fried: Region braucht Reformen

Südwestmetall Weshalb sich in der Metall- und Elektroindustrie der Konjunkturhimmel verfinstert und was dagegen unternommen werden muss, erklärt der Bezirksvorsitzende beim Sommerfest.
  • Sommerfest der Bezirksgruppe Ostalb des Arbeitgeberverbandes Südwestmetall in der Manufaktur B 26 (v.l.): Florian Maier, neu gewählter Stellvertretender Vorsitzender, Markus Kilian, Vorsitzender Dr. Michael Fried, Erster Bürgermeister Dr. Joachim Bläse und Gastreferent Markus Weise, ehemaliger Hockey-Bundestrainer. Foto: -wh-

Schwäbisch Gmünd

Markus Kilian hat zwar zum ersten Sommerfest der Bezirksgruppe Ostwürttemberg des Arbeitgeberverbandes Südwestmetall in seiner Amtszeit als Geschäftsführer am Donnerstag in der Manufaktur B 26 das entsprechende Wetter (über)bestellt, doch am Konjunkturhimmel der Metall- und Elektroindustrie (M + E) ziehen dunkle Gewitterwolken auf. Die Industriekonjunktur befindet sich seit einigen Monaten bezüglich der Erwartungen für Auftragseingang, Umsatz und Beschäftigung im Rückwärtsgang. Davon sind auch die regionalen M+E-Unternehmen betroffen, wie eine aktuelle Umfrage (siehe Infokasten rechts) belegt.

„Die weltweiten Spannungen gehen leider auch an uns nicht spurlos vorüber“, räumte der wiedergewählte Bezirksgruppen-Vorsitzende Dr. Michael Fried (Aalen) ein: „Die von Donald Trump ausgelöste Spirale im Zollhandelskrieg mit China, die vom US-Präsidenten angedrohte massive Zollerhöhung auf Kfz-Exporte aus der EU und die Unsicherheiten über den Brexit haben sich zu einer schweren konjunkturellen Bürde mit wachsender Investitionszurückhaltung entwickelt.“ Hinzu kämen ein unverändert starker globaler Wettbewerbs- und ein massiver technologischer Veränderungsdruck – Fried: „Diesen Herausforderungen müssen und werden wir uns stellen. Aber genau deshalb sind alle einschränkenden Standortfaktoren kritisch zu bewerten.“ Das Credo laute deshalb: „Die Region braucht Reformen.“ Fried verwies besonders auf die „dringend notwendige Flexibilisierung der gesetzlichen Arbeitszeitregelungen“, die in Deutschland unnötigerweise strenger sei als die EU-Richtlinie.

Die starren Regelungen würden auch nicht mehr den Ansprüchen der Beschäftigten entsprechen. Diese würden sich mehr Freizeit gerne durch einen höheren Einsatz zu einem anderen Zeitpunkt erarbeiten, meinte Fried. Deshalb unterstütze Südwestmetall die von der CDU-Landtagsfraktion angeregte Bundesratsinitiative zur Arbeitszeitflexibilisierung. Fried forderte die Grünen-Landtagsfraktion auf, die Bundesratsinitiative nicht länger zu blockieren.

Die Bundesregierung mahnte der Vorsitzende an, die Flexibilität der Unternehmen nicht weiter zu begrenzen, beispielsweise durch die geplanten Einschränkungen bei den Einsatzmöglichkeiten von sachgrundlos befristeten Arbeitsverträgen: „Wie unsere Umfrage zeigt, handelt es sich um eine massive Bedrohung für die Betriebe und Beschäftigten in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit“, erklärte Fried.

Weltweite Spannungen spüren auch wir.

Michael Fried
SWM-Vorsitzender

Die Neuwahlen

Markus Kilian gab die Ergebnisse der bei der vorausgegangenen Mitgliederversammlung durchgeführten Neuwahlen bekannt. Vorsitzender bleibt Dr. Michael Fried, Mitglied der Geschäftsleitung der Mapal KG in Aalen; neuer Stellvertreter ist Florian Maier, Geschäftsführer der Christian Maier GmbH & Co. KG, Heidenheim. In den Beirat wurden gewählt: Franz Donner, Zeiss, Oberkochen; Gerhard Egger, Bosch-Siemens-Hausgeräte, Giengen; Daniel Groz, Franke GmbH, Aalen; Dr. Markus Keddi, Voith SE, Heidenheim; Dr. Thomas Koch, Alfing Kessler Sondermaschinen, Aalen; Norman Mürdter, Mürdter-Werke, Mutlangen; Sören Salow, Robert Bosch AS, Schwäbisch Gmünd.

Der Geschäftsführer freute sich über viele Ehrengäste: „Das zeigt den hohen Stellenwert der Metall- und Elektroindustrie in unserer Region“. Ein Grußwort sprach Gmünds Bürgermeister Dr. Joachim Bläse. Unter die Sommerfestgäste mischten sich unter anderem aus Aalen OB Thilo Rentschler und Bürgermeister Wolfgang Steidle, MdL Martin Grath, von den Hochschulen Prof. Dr. Dagmar Kasüschke (PH), Prof. Ralf Dringenberg (HfG), Prof. Dr. Gerhard Schneider (Aalen), Dr. Rainer Przywara (DHBW Heidenheim), Landgerichtspräsident Friedrich Unkel, Richter Ernst Amann-Schindler und Elmar Zillert von der Agentur für Arbeit.

Der ehemalige Hockey-Bundestrainer Markus Weise, der 2004 mit den Frauen sowie 2008 und 2012 mit den Männern dreimal Olympia-Gold gewann, und bis Frühjahr 2019 die Akademieabteilung für Entwicklung und Innovation beim DFB leitete, referierte zum Thema „Persönlichkeit und Teamgeist. Was man von erfolgreichen Mannschaften lernen kann“. Wichtig sei in den Unternehmen wie im Sport, Kommunikation, Führung und Motivation bei allen Entscheidungen als Einheit zu sehen.

© Wirtschaft Regional 27.06.2019 20:13
476 Leser
Ist dieser Artikel lesenswert?