Aalener Logistiker muss in die Insolvenz

Schieflage Weil ein Hauptkunde neue, niedrige Preise vorgegeben hat, gerät die Süddeutsche Service mit rund 75 Mitarbeitern in Aalen in finanzielle Bedrängnis. So soll es jetzt weiter gehen.
  • Standort der Süddeutsche Service GmbH in Aalen. Foto: opo

Aalen

Die Süddeutsche Service GmbH hat am Montag beim Amtsgericht Aalen die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt. Das Unternehmen ist auf Auslieferung und Montage von Elektrogroßgeräten, TV- und HiFi-Geräten spezialisiert. Das Unternehmen beschäftigt in Aalen 75 Mitarbeiter. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter ist Rechtsanwalt Tobias Humpf von der Kanzlei Prof. Dr. Kanzlei Baumann + Partner in Aalen bestellt. „Unser Ziel ist es, im Rahmen des Insolvenzverfahrens einen Investor für die Süddeutsche Service zu finden“, so Humpf.

Das Süddeutsche Service ist offenbar in Schieflage geraten, weil ein Hauptkunde neue Preise für Dienstleistungen vorgegeben hat, zu denen das Unternehmen kaum noch wirtschaftlich agieren konnte. Von der Insolvenz ist nur der Betrieb in Aalen mit 75 Mitarbeitern betroffen, nicht das Schwesterunternehmen in München. Insgesamt beschäftigt das Unternehmen 200 Mitarbeiter. Dem Insolvenzverfahren wiederum ging ein lediglich dreiwöchiges sogenanntes vorläufiges Verfahren voraus. Die Gehälter der Mitarbeiter wurden in dieser Zeit von der Agentur für Arbeit in Form von Insolvenzgeld übernommen, genauso wie die noch ausstehenden Gehaltszahlungen der Vormonate. Ab Juni werden Gehälter und Betriebsausgaben wieder aus dem laufenden Betrieb finanziert bzw. über Kreditversicherungen abgedeckt.

Unser Ziel ist es, einen Investor zu finden.

Tobias Humpf
Insolvenzverwalter

Die inhabergeführte Süddeutsche Service GmbH hat sich auf die Auslieferung und Montage von Elektrogroßgeräten, TV- und HiFi-Geräten spezialisiert und bietet diese Dienstleistung seit 2008 insbesondere großen Elektrofachmarktketten in sechs Bundesländern an. Rund 200 Mitarbeiter führen Elektroinstallationen und Schreinerarbeiten aus. Der Fuhrpark besteht aus mehr als 120 Transportern. „Wir führen aktuell Gespräche mit potenziellen Neukunden, die belegen, dass für das Geschäftsmodell des Unternehmens nach wie vor Nachfrage besteht. Zudem optimieren wir unternehmensinterne Prozesse, um Kosten zu sparen“, erläutert Insolvenzverwalter Humpf. Gelingt es, einen Käufer für die Süddeutsche Service zu finden, würden alle Vermögensgegenstände im Rahmen einer „Übertragenden Sanierung“ veräußert. Die gesunden Teile des Unternehmens würden dabei in eine neue Gesellschaft („Erwerbsgesellschaft“) übertragen und somit der Geschäftsbetrieb gerettet werden, erläutert Tobias Nagel (LLM), der das Verfahren gemeinsam mit Humpf bearbeitet.

© Wirtschaft Regional 03.06.2019 20:07
973 Leser
Ist dieser Artikel lesenswert?