Der Remstal-Cup geht nach Gmünd

Start-up BW Elevator Pitch Den regionalen Vorentscheid im landesweiten Gründerwettbewerb gewinnt das Team „tak“ mit der Idee, Geldbeutel aus Reststücken und Recycling-Material herzustellen.
  • Aufbruchstimmung bei den Teilnehmern am Start-up Elevator Pitch Remstal Cup im Remspark, den OB Arnold eröffnete. Foto: tom

Schwäbisch Gmünd

Unter dem Motto „Spätzle trifft Innovationen“ ging der Wettbewerb „Start-up BW Elevator Pitch“ am Dienstag mit dem Vorentscheid der Regionen Rems-Murr und Ostwürttemberg im Remspark über die Bühne. Er endete mit einem grandiosen Doppelsieg für Schwäbisch Gmünd.

Beim „Remstal Cup Pitch“ belegte das Team „tak“ der Produktdesigner Laurin Hilbert und Kilian Hegele den ersten Platz vor Jessica Lauren und Heinz-Jürgen Passler („H1P“). Die Gruppe „BeeProtected“ vom Wieland-Gymansium Biberach gewann mit einem Projekt gegen das Bienensterben den Young-Talents-Pitch vor „SensiMuse“. Jana Richter, Filip Herceg, Konstantin und Felix Papagiannopoulos vom Gmünder Hans-Baldung-Gymnasium zeigten verblüffend, wie man über Künstliche Intelligenz Musik hören kann, die sich der persönlichen Stimmung anpasst.

„Eigentlich sind alle Teilnehmer mit ihren tollen Geschäftsideen und dem Mut, diese zu präsentieren, Sieger“, begrüßte Richard Arnold 16 Teams in den zwei Kategorien. Der „Kreativ-Campus“ im Remspark in Sichtweite zur Hochschule für Gestaltung (HfG), zum „Forum Gold + Silber“ mit dem Studiengang „Internet der Dinge“ der HfG und der Hochschule Aalen und zum in:it co-working lab sei der ideale und inspirierende Standort für den Gründerwettbewerb, sagte der Gmünder OB.

„Ich spüre hier zwischen der Blütenpracht eine Aufbruchstimmung“, sagte Abteilungsleiter Dr. Hans-Joachim Hauser vom Wirtschaftsministerium und dankte den Wettbewerbspartner für eine „starke Verbundenheit“. Claus Paal, der Präsident der IHK-Bezirksversammlung Rems-Murr, spannte den Bogen von der Remstalgartenschau zum Klimaschutz: „Wir brauchen junge Menschen mit frischen Ideen und solche Wettbewerbe zum Kennenlernen und Gedankenaustausch.“

Den landesweiten Pitch-Wettbewerb führt die Initiative für Existenzgründungen und Unternehmensnachfolge des Wirtschaftsministeriums seit 2013 durch, um Gründergeist und Unternehmertum zu fördern.

Der Remspark in ein idealer Creativ-Campus.

Richard Arnold
OB von Schwäbisch Gmünd

Auf dieser Plattform präsentierten unter der Moderation von Florian Schweer die Teilnehmer innovative Produkte und Dienstleistungen vor einer Jury und potentiellen Partnern oder Geldgebern in drei Minuten. Nochmals drei Minuten befragen Fachjuroren, zu denen unter anderem in:it-Manager Alexander Trautmann, Markus Schmid von der IHK und Nikola Vetter vom AAccelerator in Aalen gehörten, die Teilnehmer, ehe sie die Pitches bewerten.

Das Siegerteam des Remstal Cups erhielt das Ticket für das Landesfinale und 500 Euro Preisgeld. Damit werden Laurin Hilbert aus Gmünd und Kilian Hegele aus Immenstadt, die an der HfG Produktdesign studieren, den Vertrieb ihrer Erfindung forcieren. Die Studenten entwickelten Behältnisse aus alten Werbebannern und Planen, die sie aufbereiten lassen und selbst weiterverarbeiten. Sie verzichten auf Nähen oder Kleben und stecken das Material zusammen, zum Beispiel zu einem Geldbeutel. Herzstück ist ein Öffnungsmechanismus, den sich Hegele und Hilbert durch ein Gebrauchsmuster schützen ließen. Der Vertrieb erfolgt über einen Online-Shop und Händler. Künftig sollen auch Menschen mit Einschränkungen in die Herstellung eingebunden werden. Ziel von tak ist, in der Verpackungsindustrie Fuß zu fassen.

Auch Heinz-Jürgen Passler und BWL-Studentin Jessica Lauren Passler, beide Hobbyläufer, werden ihr Preisgeld von 300 Euro in die Vermarktung ihre patentierte Geschäftsidee Wettkampfshirt mit integrierter Startnummerbefestigung stecken. Unter dem Label „H1P“ realisierten sie eine Verarbeitungstechnik, bei der zwei Kordeln durch die gelochte Startnummer durchgezogen werden und diese nur noch mit Kordelstoppern fixiert wird. Resultat: Die Startnummer sitzt mittig und gerade am Shirt.

„Gepitcht“ haben aus Gmünd noch Susann Blankenhagel, die Führungskräfte bei der Gesprächsführung beratet nach dem Motto „WoKoMa - Wollen, Koennen, Machen, und die agenZy UG. Sam Eckert und Paul Reichhardt von der HfG stellten ein Innovations-Hub für den Umgang von Unternehmen mit der Generation Z. vor.

© Wirtschaft Regional 28.05.2019 21:28
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