Eberspächer streicht weniger Stellen als befürchtet

Autozulieferer Der Abgaskonzern baut den Standort Schwäbisch Gmünd um. Rund 30 Arbeitsplätze fallen weg. Konzentration auf Klein- und Sonderserien.
  • Blick in die Fertigung von Eberspächer am Standort Gmünd. Bild: Eberspächer

Schwäbisch Gmünd/Esslingen

Vor knapp zwei Monaten hatte der Esslinger Abgaskonzern Eberspächer seine rund 200 Mitarbeiter am Standort informiert, dass ein Umbau samt Arbeitsplatzabbau bevorsteht. Nun ist klar: Die neue Struktur am Standort kostet Arbeitsplätze –allerdings nicht so viele, wie damals befürchtet.

Statt 80 fallen 30 Stellen weg. Die Details: Der Umbau betrifft in Summe 70 Arbeitsplätze. Rund 40 Mitarbeiter sollen innerhalb des Standorts neue Arbeitsplätze bekommen. 10 werden das Unternehmen im Rahmen von Freiwilligenprogrammen verlassen. Dennoch wird es zu 20 betriebsbedingten Kündigungen, wie Volker Cwielong, Leiter des Bereichs Pkw-Abgastechnik Europa, im Gespräch mit dieser Zeitung erklärt.

Seit März habe man den Markt und den Standort intensiv analysiert, so Cwielong: „Die Frage war: Wie stellen wir unsere Gmünder Niederlassung zukünftig wettbewerbsfähig auf?“ Die Fabrik soll sich laut des Eberspächer-Managers nun auf die Fertigung von Klein- und Sonderserien konzentrieren, also Abgastechnik für Sportfahrzeuge entwickeln und produzieren. Großserien werden hingegen künftig an anderen Standorten wie dem Stammsitz in Esslingen hergestellt.

Diese Neuausrichtung ist der richtige Weg.

Volker Cwielong
Leiter Pkw-Abgastechnik Europa

Zudem sollen in Esslingen zentrale Funktionen wie Entwicklung und Vertrieb angesiedelt sein. „Diese Neuausrichtung ist der richtige Weg“, sagt Cwielong. Die Konzentration auf Klein- und Sonderserien für hochpreisige Sportwägen sichere stabile Auftragsvolumina. „Der Markt ist weniger volatil als etwa Technik für Rennwägen. Das macht die Auslastung langfristig planbarer und sicherer.“ Der Standort in Gmünd soll Eberspächer überdies dabei helfen, Aufträge anzunehmen, die man bisher aus Kapazitätsgründen ablehnen musste.

Der Ab- und Umbau soll bis zum Jahr 2020 abgeschlossen sein. Parallel soll die Zahl der Leihkräfte zurückgefahren werden, so Cwielong. „Wir haben während der Analyse jeden Stein umgedreht.“ Mit der neuen Struktur sei der Standort in Schwäbisch Gmünd optimal, weil breiter aufgestellt.

Bereits vor zwei Monaten hatte der Konzern betont, dass der Strukturwandel in der Autoindustrie – vom Verbrennungsmotor hin zum Elektroantrieb – nicht der Grund für die Umstrukturierungen sei. Eberspächer will vielmehr von neuen, schärferen Emissionsrichtlinien profitieren, die in vielen asiatischen Märkten eingeführt werden. So hatten die Esslinger vor einigen Monaten gemeinsam mit der indischen Sharda-Motors-Gruppe ein Unternehmen gegründet, um Abgastechnologie für den Markt auf dem Subkontinent zu entwickeln.

© Wirtschaft Regional 06.05.2019 16:07
489 Leser
Ist dieser Artikel lesenswert?