YG-1 startet in Oberkochen

Werkzeughersteller Im ersten Bauabschnitt entsteht innerhalb der nächsten zwölf Monate ein Technologiezentrum für 200 Mitarbeiter. Fertigung soll schon 2019 einziehen.
  • Auf dem Gelände nahe der B19 errichtet der koreanische Konzern seinen Produktions- und Forschungsstandort. Foto: opo
  • Das Baustellenschild zeigt: So soll das neue Technologiezentrum aussehen. Foto: hag

Oberkochen

Der koreanische Werkzeughersteller YG-1 hat mit den Bauarbeiten für seine Niederlassung in Oberkochen begonnen. „Heute können es alle sehen, jetzt wird es ernst“, sagte Geschäftsführer Heiko Schild beim Spatenstich für den ersten Bauabschnitt im Gewerbegebiet Märzenbuckel: Das Technologie- und Produktionszentrum auf 4800 Quadratmetern Fläche soll in einem Jahr fertig sein, 200 Mitarbeiter werden dort beschäftigt sein.

Langfristig hat YG-1 die Schaffung von rund 1000 Arbeitsplätzen angekündigt. Insgesamt sind vier Bauabschnitte geplant. Wie schnell diese verwirklicht werden, ließen die Verantwortlichen offen – in den ursprünglichen Planungen war von 2023 als Enddatum die Rede. Eigens zum Spatenstich angereist war Firmeninhaber Ho-Keun Song, der das Unternehmen 1981 gegründet hat.

Fertigung derzeit noch in Heidenheim

YG-1 stellt unter anderem Fräser, Bohrer und Gewindebohrer her. Ho-Keun Song betonte, dass man sich vom Standort Oberkochen aus als umfassender Anbieter von Werkzeuglösungen für Europa positionieren wolle. Weltweit beschäftige die Unternehmensgruppe 5500 Mitarbeiter. In den vergangenen drei Jahren seien 150 Millionen US-Dollar in Niederlassungen weltweit investiert worden. Seit Anfang 2018 ist YG-1 mit einer Fertigung für Zerspanungswerkzeuge in Heidenheim vertreten. Diese soll noch in diesem Jahr in die neuen Räumlichkeiten auf dem Oberkochener Märzenbuckel umziehen, wie Projektmanager Jonas Malutzki erläuterte. Außerdem entstehen dort im ersten Bauabschnitt ein Zentrum für Forschung, Entwicklung und Konstruktion, Büroräume, ein Kundencenter und ein Schulungsbereich.

Oberkochen wird damit als Werkzeughersteller-Standort noch bedeutender.

Peter Traub
Bürgermeister

In Oberkochen arbeiten derzeit 38 YG-1-Mitarbeiter in einem Technologiezentrum im Kapellenweg. Während YG-1 seine Standardprodukte in Korea fertige, würden in Ostwürttemberg Sonderprodukte, etwa für die Bereiche Medizin oder Luft- und Raumfahrt, hergestellt. Oberkochen wird der einzige deutsche Produktionsstandort des koreanischen Konzerns werden.

Heiko Schild, Geschäftsführer des Technologiezentrums, nannte die Anbindung an die A7, die gute Infrastruktur im Gewerbegebiet Märzenbuckel und genügend Raum für künftige Erweiterungen als Gründe für die Standortwahl.

Oberkochens Bürgermeister Peter Traub bedankte sich bei Ho-Keun Song für das unternehmerische Risiko, das mit der Investition auf der Ostalb eingegangen werde: „Oberkochen wird damit als Werkzeughersteller-Standort noch bedeutender“, erklärte er. „YG-1 wird keine Konkurrenz zu den örtlichen Unternehmen sein“, sagte Traub zu Vorbehalten regionaler Firmen, die im Vorfeld laut geworden waren; YG-1 fische „auch nicht im Trüben, was Fachkräfte angeht“. Er hob den Willen der Koreaner hervor, selbst Fachkräfte auszubilden.

© Wirtschaft Regional 02.05.2019 13:20
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