Therapiezentrum insolvent

Gesundheitsbranche Heidenheimer Unternehmen mit Filiale in Aalen hat Zahlungsunfähigkeit angemeldet – Zuversicht bei Investorensuche.
  • Die Aalener Wundtherapiezentrum-Filiale im Einkaufszentrum Mercatura. Foto: ham

Heidenheim

Pleite in der Gesundheitsbranche: Die Heidenheimer WTZ WundTherapieZentrum Wundversorgung und Pflege GmbH & Co. KG hat Insolvenzantrag gestellt. Das Unternehmen, das auch eine Niederlassung in Aalen betreibt, betreut Patienten mit chronischen und schwer heilenden Wunden. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter hat das Amtsgericht Aalen Patrick Wahren von der Neu-Ulmer Kanzlei Schneider Geiwitz bestellt. Dieser sieht gute Perspektiven für die Fortführung des Betriebs mit einem neuen Investor.

Zu den Spezialgebieten des Therapiezentrums, dessen 43 Mitarbeiter Patienten in eigenen Praxisräumen, zu Hause oder in Pflegeeinrichtungen versorgen zählen Hilfsleistungen bei Akutwunden, offenen Beinen, Druckgeschwüren, Diabetischem Fußsysndrom, onkologisch bedingten Wunden sowie Wunden, die durch Haut- und Gewebekrankheiten entstanden sind. Monatlich nehmen die Fachkräfte des Therapiezentrums laut Eigenauskunft insgesamt 12.000 bis 12.500 Wechsel von Wundverbänden vor.

Patienten können weiter versorgt werden

Man habe bereits erste Maßnahmen zur Stabilisierung des Geschäftsbetriebs getroffen, so ein Sprecher des Insolvenzverwalters gegenüber dieser Zeitung. Damit sei sichergestellt, dass die Patienten in den Wund-Therapie-Zentren an den Standorten Aalen, Heidenheim und Ulm weiterhin auf die notwendige Wundheilversorgung zugreifen können. Dank der hoch motivierten Mitarbeiter seien Versorgungsengpasse bei den Patienten vermieden worden, heißt es weiter.

Die WTZ-Standorte in Donauwörth, Germering und Mühldorf am Inn gehörten zu einer anderen Gesellschaft und seinen von der Insolvenz nicht betroffen. Für die laufende Investorensuche sieht der Sprecher des vorläufigen Insolvenzverwalters gute Chancen: „Aus den bisher geführten Gesprächen mit einzelnen Krankenkassen bestätigte sich, dass WTZ Wund-Therapie-Zentrum in der Wundversorgung eine hohe Kompetenz hat. Die Krankenkassen lobten diese und sind auch weiterhin an einer Zusammenarbeit im Bereich der hausärztlichen Krankenpflege interessiert. Um den 43 fachkundigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine Perspektive im Bereich der Wundtherapie zu geben, ist der Fokus in den kommenden Wochen auf die Suche eines strategischen Partners gerichtet. Erste Gespräche werden in diese Richtung bereits geführt, sodass wir zum heutigen Stand erwarten, dass die betroffenen Patienten auch zukünftig auf die Wundheilversorgung der WTZ zugreifen können.“

© Wirtschaft Regional 29.04.2019 19:12
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