Smartphone und Tablet in einem

Samsung präsentiert das serienreife Galaxy Fold. Im Mai soll das faltbare Handy in Europa zu kaufen sein.
  • Rund 2000 Euro soll das neue Galaxy Fold kosten. Foto: Till Simon Nagel/dpa
Samsungs faltbares Galaxy Fold ist der Beginn einer ganz neuen Smartphone-Klasse. Es ist kein Smartphone, aber mehr als ein reines Tablet. Und doch vereint es die Vorzüge beider Geräteklassen. Jetzt hat der Konzern serienreife Exemplare vorgestellt. Das Android-Gerät für rund 2000 EUR soll am 3. Mai auf den europäischen Markt kommen.

Herzstück des Galaxy Fold ist das 7,3 Zoll große faltbare Innen-Display. Dazu gibt es ein kleineres Display an der Außenseite. Durch ein Scharnier zwischen beiden Geräteteilen lässt sich das Fold als klassisches Smartphone mit Außendisplay nutzen, oder aufgeklappt als großes Tablet im 4,2:3-Format.

Im Praxistest beim Vorstellungstermin in London macht das Fold einen stabilen Eindruck. Geschlossen und offen rastet es fest ein, die Geräteteile bewegen sich nur minimal zueinander. Bis zu 200 000 Mal soll sich das Scharnier ohne Murren knicken lassen.

Sucht man auf dem kleinen Display zum Beispiel eine Adresse auf der Karte, wird sofort nach dem Aufklappen ein größerer Kartenausschnitt mit mehr Details auf dem großen Display angezeigt. Wer mag, kann auch bis zu drei App-Fenster simultan und nebeneinander auf das Display packen. So muss keiner mehr zwischen Apps hin und her wechseln, um Daten zu übernehmen. Auch in Videospielen oder beim Fotografieren ist ein nahezu nahtloser Wechsel zwischen dem kleinen und großen Display möglich.

Und was steckt im Inneren? Zunächst einmal zwei Akkus, einer in jedem Geräteteil. Dazu gibt es einen Chip von Qualcomm mit acht Kernen, 12 Gigabyte (GB) Arbeitsspeicher und 512 GB internen Speicher. Per Fingerabdruckscanner an der Gerätekante wird das Fold entsperrt. Eine spätere Version des Fold soll auch in zukünftigen 5G-Netzen funken können.

Für Fotos gibt es sechs Kameras. Als Hauptkamera dient der Drilling aus Weitwinkel, Normallinse und Zoom, der auch in Samsungs Galaxy S10 steckt. Ins große Display ragt eine Doppelkamera für Selfies und Videokonferenzen. Über dem Außendisplay sitzt eine einzelne Kamera. Im Test schlägt sich die Kombi gut.

Aber werden sich Falt-Phones wirklich durchsetzen? Das Marktforschungsinstitut Gartner sieht vor allem den hohen Preis als Hemmschwelle für viele Käufer. Auch Samsung sieht eher Chancen beim Klientel mit dem etwas dickeren Geldbeutel. Bis zu fünf Prozent des Hochpreissegments räumen die Analysten den faltbaren Smartphones bis 2023 ein.

Konkurrent Huawei ist übrigens nicht weit hintenan. Das faltbare Mate X soll im Sommer erscheinen – und mit 2300 EUR noch teurer werden. Till Simon Nagel

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© Südwest Presse 18.04.2019 07:46
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