Vorsichtig optimistische Aussichten

Der größte Markt schrumpft seit Monaten. VW, Daimler und BMW glauben aber an eine Besserung.
  • Daimler-Chef Dieter Zetsche stellt weiterhin auch Benzin-Modelle vor. Foto: Greg Baker/afp
Die deutschen Autobauer setzen nach einer Schwächephase in China auf eine Erholung ihres wichtigsten Absatzmarktes. Man sei „vorsichtig optimistisch“, sagte der angehende Daimler-Konzernchef Ola Källenius auf der Automesse in Shanghai. Nach Wachstum im ersten Quartal rechne der Konzern auch für das Gesamtjahr mit Zuwächsen.

Ähnlich äußerte sich BMW-Finanzchef Nicolas Peter. Auf dem wichtigsten Einzelmarkt China werde das Unternehmen trotz der aktuellen Marktschwäche mehr Autos verkaufen. „Wir werden zwischen 5 und 10 Prozent in diesem stagnierenden Markt wachsen und damit Segmentanteile gewinnen“, sagte Peter.

„Wir haben leichte Signale, dass sich die Bedingungen am chinesischen Markt in den kommenden Wochen, vielleicht schon im Mai, entspannen könnten“, sagte VW-China-Chef Stephan Wöllenstein. VW ist als Hersteller von kleinen und mittleren Wagen am stärksten betroffen.

Im vergangenen Jahr hatte der chinesische Automarkt zum ersten Mal seit mehr als 20 Jahren einen Rückgang verzeichnet. Vor allem der Zollstreit zwischen den USA und China verunsicherte Verbraucher und ließ sie beim Kauf zögern. Zudem warteten Kunden zuletzt auch auf eine angekündigte Mehrwertsteuersenkung zum 1. April, und die nicht mehr so rasant wachsende chinesische Konjunktur dämpfte die Kauflust. Im März gingen die Verkäufe an Privatkunden im Land im Vergleich zum Vorjahresmonat um 12 Prozent auf 1,78 Mio. Wagen zurück – es war der zehnte Rückgang in Folge.

Anzeichen einer Entspannung sind nach Einschätzung von BMW-Finanzchef Peter auch im Zollstreit zwischen den USA und China zu erkennen: „Unser Eindruck ist auch, da könnte eine Lösung in den kommenden Wochen oder Monaten kommen.“ 2018 hatten zwischenzeitlich erhobene Sonderzölle auf Autos aus US-Produktion den Dax-Konzern mit 270 Mio. EUR belastet. dpa
© Südwest Presse 17.04.2019 07:45
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