Handwerk: Mehr brechen Lehre ab

Statistik Die Flüchtlingspolitik und die gute Arbeitsmarktlage hinterlassen Spuren am Lehrlingsmarkt.

Ulm.Im Jahr 2018 wurden im Gebiet der Handwerkskammer Ulm zum fünften Mal in Folge mehr Ausbildungsverträge geschlossen: Ein erneutes Plus von 1,8 Prozent. Doch 2018 wurden auch rund 13 Prozent der Ausbildungsverhältnisse im Kammergebiet wieder gelöst. Das bedeutet ebenfalls ein leichtes Plus gegenüber dem Vorjahr mit 11,1 Prozent. Dr. Tobias Mehlich, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Ulm: „Es ist gekommen, wie ich es bereits vor einem Jahr angekündigt hatte: Steigt die Quote der ausländischen Ausbildungsverhältnisse, so erhöht sich auch die Abbruchquote insgesamt. Die Ausbildung eines Flüchtlings braucht bei Betrieben und in der Schule einen höheren Aufwand. Dabei müssen wir Flüchtlinge und Betriebe noch besser unterstützen.“ Die Abbruchquote bei Geflüchteten ist mit rund 20 Prozent etwas höher als die normale Abbruchquote (13 Prozent).

Aus Sicht der Kammer hängt die Abbruchquote mit zwei Faktoren zusammen: Zum einen erhalten Flüchtlinge und ihre Ausbildungsbetriebe nicht genügend Unterstützung bei den Problemen dieses Ausbildungsverhältnisses wie ausreichender Sprachunterricht. Zum anderen steigt die Abbruchquote aufgrund der guten konjunkturellen Situation und des guten Angebots von vielen Ausbildungsplätzen für weniger Jugendliche.

© Wirtschaft Regional 15.04.2019 20:07
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