Luftfahrt

„Es wird besser, aber nicht gut“

Der Stuttgarter Airport rechnet mit Verspätungen und Ausfällen. Wirtschaftlich läuft alles prima.
  • Der Stuttgarter Flughafen schließt wieder mit Gewinn ab. Foto: FSG
Wer wissen will, wie es der Flughafen Stuttgart GmbH (FSG) wirtschaftlich geht, musste einfach am Dienstagvormittag vor dem Airport einen Parkplatz suchen – schwierig. Der Umsatz erreichte 2018 mit 286 Mio. EUR (plus 2,4 Prozent) einen Rekordwert. Nach der Zahlung der letzten Rate für das Bahnprojekt Stuttgart-Ulm liegt das Geschäftsergebnis mit 6,6 Mio. EUR erstmals seit 2015 wieder im Plus. „Es ist ein sehr schönes Jahr gewesen“, fasste die Geschäftsführerin für Luftverkehr Arina Freitag die Bilanz zusammen.

Die 11,8 Mio. Passagiere 2018 sollen dabei noch lange nicht das Maximum sein, das der Flughafen mit einer Start- und Landebahn verträgt, sagt Geschäftsführer Walter Schoefer. 17 bis 18 Millionen könnten es schon werden. Vielleicht auch 20 Millionen, „wenn sehr viel zu heute eher unüblichen Zeiten geflogen wird“.

Immer mehr Flüge und Passagiere – das hat seine Schattenseiten. Die Airlines wollen zusätzliche Kapazitäten bereit stellen und der Flughafen mehr Mitarbeiter zu bestimmten Zeiten beschäftigen. „Bei Verspätungen und Ausfällen wird es in diesem Jahr besser als 2018. Gut wird es aber nicht“, ahnt Freitag. Besonders an Pfingsten und in den Spitzenzeiten im Sommer dürfte es am nach Umsatz achtgrößten deutschen Flughafen sehr herausfordernd werden. Reisende sollten sich online informieren und Parkplätze reservieren.

Die 137 600 Starts und Landungen 2018 sind auch eine Umweltbelastung. Die FSG belohnt Fluggesellschaften, wenn sie leisere Flugzeuge einsetzen. Anreize sollen elektrisches Fliegen und die Nutzung alternativer Treibstoffe fördern. Letzteres sei laut Freitag „deutschlandweit einmalig“.

Der Aufsichtsrat des Flughafens lässt aber gerade prüfen, ob Airlines mit fragwürdigen Vergünstigungen für Marketing gelockt wurden, die der Flughafen an Airlines zahlt, wenn sie neue Verbindungen anbieten oder bestehende erweitern. Das ist zwar üblich und erlaubt, aber nur unter bestimmten Bedingungen.

Um die Parkplatzsituation zu entschärfen wird aber in jedem Fall eine weiteres Parkhaus gebaut. Thomas Veitinger
© Südwest Presse 11.04.2019 07:46
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