Vorwürfe an Voith wegen Korruption

Angriff Ehemaliger Andritz-Mitarbeiter wirft Konsortium Bestechung in Wasserkraftwerksprojekt in Venezuela vor.

Heidenheim. Der Heidenheimer Technologiekonzern Voith ist womöglich in einen Korruptionsskandal um ein Wasserkraftprojekt in Venezuela verwickelt. Das berichtet die „Heidenheimer Zeitung“ unter Berufung auf das Recherchenetzwerk Correctiv. Ein ehemaliger Mitarbeiter des österreichischen Andritz-Konzerns wirft seinem früheren Arbeitgeber danach vor, Bestechungsgelder bezahlt zu haben, um an den Auftrag für die Erneuerung des Wasserkraftwerks Guri in Venezuela zu kommen. Voith war bis 2016 bei diesem Projekt in Venezuela gemeinsam mit Andritz in einem Konsortium tätig.

Die Vorwürfe an Voith sollen sogar noch konkreter sein: Laut dem ehemaligen Andritz-Geschäftsführer in Mexiko, Carlos Sousa, habe die Geschäftsführung von Voith Hydro über die Geschäftspraktiken Bescheid gewusst. Voith war seit 2008 an dem Wasserkraftwerk tätig. Der Auftraggeber für eines der größten Wasserkraftwerke der Welt war der staatliche Energieversorger Edelca. Gegenstand der Vorwürfe sind auch Zahlungen an Berater, die Edelca zur Begleichung ausstehender Rechnungen bewegen sollten. Laut dem ehemaligen Mitarbeiter fanden diesbezügliche Gespräche auch in Deutschland statt. Sowohl Voith als auch Andritz widersprechen den Bestechungsvorwürfen entschieden.

© Wirtschaft Regional 10.04.2019 12:29
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