Kommentar Alexander Bögelein zum Stellenabbau des Bayer-Konzerns

Ruiniertes Image

  • Alexander Bögelein. Foto: Volkmar Koenneke
Die Bilanz des Bayer-Vorstandschefs Werner Baumann ist desaströs. Der Jahresgewinn des Pharma- und Chemiegiganten ist 2018 um drei Viertel auf 1,7 Milliarden Euro abgesackt. Seit der Übernahme des US-Konzerns Monsanto ist der Aktienkurs um 40 Prozent in den Keller gerauscht. Zu dieser Wertvernichtung kommt ein ruiniertes Image. Denn der Schatten von Monsantos rücksichtslosem Kapitalismus und die tausenden Klagen in den USA gegen den vermeintlich krebserregenden Unkrautvernichter Glyphosat fallen nun auf Bayer.

Dass der Konzern Kosten senken will, ist vor diesem Hintergrund nachvollziehbar. Und da Bayer Personal mit Abfindungen und Frühverrentungen abbaut, ist alles nicht so schlimm – könnte man meinen. Doch das täuscht. Zum einen hält sich der Spareffekt zunächst in Grenzen, weil solche Maßnahmen teuer sind. Zum anderen geht von diesen ein verheerendes Signal aus. Kaum laufen die Geschäfte nicht mehr rund, setzt Bayer wie auch andere Dax-Konzerne zum Kahlschlag an, um den Gewinn zu steigern. In guten Zeiten jammern, man finde keinen Mitarbeiter, in schlechten sich von ihnen zu trennen, ist keine erfolgreiche Strategie. Auch Bayer braucht weiter Fachkräfte und Spezialisten. Die sollten sich in Zeiten der Vollbeschäftigung fragen, ob sie für so ein Unternehmen arbeiten wollen.
© Südwest Presse 10.04.2019 07:46
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