Logistiker investieren kräftig

Zukunftsprogramme Honold plant eine Erweiterung am Standort Gerstetten-Dettingen, während Schwarz Logistik Bundesfördermittel für den Einsatz wegweisender Elektro-Lastwagen erhielt.
  • Bei der Übergabe des Förderbescheides (von rechts): Geschäftsführer Hans-Günther Schwarz, Verkehrsminister Andreas Scheuer und Abgeordneter Roderich Kiesewetter. Foto: Schwarz Logistik
  • Die Honold Logistik-Gruppe ist auf Expansionskurs. Im Mai soll die Eröffnung für den ersten Bauabschnitt des Logistikzentrums in Dettingen sein. Foto: Honold

Herbrechtingen/Gerstetten

Logistik gilt als eine der großen Wachstumsbranchen in Ostwürttemberg. Es wird investiert. So expandiert die Honold Logistik Gruppe unter anderem am Standort Gerstetten-Dettingen. Schwarz Logistik aus Herbrechtingen hat unterdessen den Förderbescheid für den Einsatz umweltschonender E-Lastwagen im Werksverkehr erhalten.

Die Honold Logistik Gruppe investiert erneut in neue Logistikflächen in Langenau/Dettingen am Albuch, Augsburg und Neu-Ulm. Mit den Logistikimmobilien erweitere Honold seine Kapazitäten deutlich, teilt das Unternehmen mit. In Augsburg wurden zum Januar in einer von Honold angemieteten Immobilie 15.000 Quadratmeter direkt im Güterverkehrszentrum frei. In Dettingen am Albuch stehen ab Juni dieses Jahres 10.000 Quadratmeter Neubau zur Verfügung, welche laut dem Unternehmen um weitere 30.000 Quadratmeter ausgebaut werden können. In Neu-Ulm werden durch Honold spekulativ weitere 20.000 Quadratmeter Fläche bereitgestellt.

Die sehr gute Anbindung an logistisch relevante Knotenpunkte sowie die naheliegende Autobahn sorgten für kurze Lieferzeiten, teilt das Unternehmen bezogen auf die Standorte mit: Honold erwartet durch die neue Flächenkapazität eine Expansion insbesondere in der Logistik. Die Neubau Standorte in Neu-Ulm und Dettingen/Albuch werden auf Batteriespeichertechnologie vorbereitet. Genaue Pläne für diesen Batteriepark, der die Energie aus Solar- und Windkraft speichern kann, sind jedoch noch nicht bekannt.

Der Spatenstich für den ersten Bauabschnitt in Dettingen-Süd hatte im September stattgefunden. Die Eröffnung, ursprünglich für März geplant, wird wegen des zwischenzeitlichen Frostes im Mai sein. 20 Arbeitsplätze sollen entstehen. Die Planungen für einen zweiten Bauabschnitt laufen. Den Invest in Dettingen hatte die Honold-Gruppe vor Baubeginn auf langfristig 20 Millionen Euro beziffert, davon sechs Millionen Euro im ersten Schritt.

Die Honold-Gruppe beschäftigt 1400 Mitarbeiter und bewirtschaftet mehr als 750.000 Quadratmeter Fläche an 22 Standorten in Deutschland und Rumänien. Seinen Sitz hat das Logistikunternehmen in Neu-Ulm. Standorte finden sich unter anderem in Herbrechtingen und Oberkochen.

Während der Be- und Entladung des E-Lkws soll dieser über die eigene Fotovoltaik- anlage geladen werden.

Hans-Günther Schwarz
Schwarz Logistik

Neue Wege bei der E-Mobilität geht unterdessen die Spedition Schwarz in Herbrechtingen. Aus dem Unternehmen reisten Geschäftsführer Hans-Günther Schwarz sowie Dennis Weimert nach Berlin ins Bundesverkehrsministerium, um einen Förderbescheid über rund 84.000 Euro vom Bundesminister Andreas Scheuer entgegenzunehmen.

Das Bundesverkehrsministerium verteilte Zukunfts-Schecks für „Saubere Luft, innovative Mobilität“ mit einem Gesamtvolumen von 33,2 Millionen Euro. Empfänger waren Städte, Landkreise, Unternehmen und Organisationen, die sich an gut 150 kommunalen Elektromobilitätsprojekten im Rahmen des „Sofortprogramms Saubere Luft 2017 bis 2020“ und des Bundesprogramms Ladeinfrastruktur beteiligen.

Schwarz Logistik schafft E-Lastwagen an

Die Fördermittel für die Schwarz Logistik GmbH sollen zur Anschaffung eines Elektro-Lastwagens im Werkverkehr, entlang der B 19 von Herbrechtingen, über Heidenheim und Königsbronn bis Oberkochen, eingesetzt werden. Schwarz wäre damit ein Pionier im Einsatz eines Elektro-Lkw im regionalen Schwerlastverkehr. „Gerne wollen wir in diese, für den Lkw-Bereich frühen Stadium selbst Erfahrungen mit elektrobetriebenen Lkw sammeln und helfen, die CO2-Emissionen im urbanen Raum zu reduzieren“, sagt Dennis Weimert, Geschäftsleiter bei Schwarz Logistik.

Hans-Günther Schwarz ergänzt: „Wir wollen in innovative, umweltschonende Ressourcen investieren und deren Entwicklung unterstützend vorantreiben. So werden wir auch das Dach unseres neu entstehenden Logistikzentrums mit einer eigenen Fotovoltaikanlage ausstatten. Während der Be- und Entladung des E-Lkws soll dieser über die eigene Fotovoltaikanlage geladen werden.“

© Wirtschaft Regional 08.04.2019 20:03
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