IHK: Zur Europawahl gehen

Vollversammlung Unternehmer aus Ostwürttemberg sprechen im IHK-Bildungszentrum Aalen die hohe Bedeutung des Binnenmarktes an – Aalener Institut für Unternehmensführung vorgestellt.
  • Das IHK-Präsidium und der Gastreferent (von links): Dr. Jörg S. Rieger (RUD), Dr. Matthias Metz (Zeiss), Prof. Dr. Patrick Ulrich (Aalener Institut für Unternehmensführung), IHK-Hauptgeschäftsführerin Michaela Eberle, IHK-Präsident Markus Maier (C.F. Maier), Ulrich Betzold (Arnulf Betzold GmbH) und Brigitte Wagenblast (Auto Wagenblast). Foto: IHK

Aalen

Die Vollversammlung der IHK Ostwürttemberg hat sich im IHK-Bildungszentrum in Aalen kurz vor der EU-Wahl mit der Bedeutung Europas für die Region auseinandergesetzt. Es ergab sich einhellig, dass ein vereintes und starkes Europa für erfolgreiches Wirtschaften von fundamentaler Bedeutung ist. Eindringlich ruft das regionale Parlament der Wirtschaft daher auf, das Wahlrecht als Wahlpflicht zu verstehen.

Weitere Themen waren die Politikberatung, die Ausbildungsförderung sowie Nachwahlen in IHK-Gremien. Im Anschluss an die Sitzung referierte Prof. Dr. Patrick Ulrich vom Aalener Institut für Unternehmensführung über das noch junge Institut an der Hochschule Aalen.

Katja Bierbaum, Leiterin des IHK-Geschäftsfelds International stellte in einem Video die Bedeutung des Binnenmarkts für die regionale Wirtschaft heraus. Das Brutto-Inlandsprodukt der EU betrug 2017 demnach 15,4 Billionen Euro. 24 Millionen kleine und mittlere Unternehmen seien im Binnenmarkt tätig. 64 Prozent des Handels wickelten die EU-Länder untereinander ab. Europa sei Deutschlands wichtigster Handelspartner.

Angesichts dieser Verflechtung und der damit verbunden hohen Bedeutung des Binnenmarkts erklärte IHK-Präsident Markus Maier: „Nicht nur der französische Präsident Macron, auch unser Deutscher Industrie- und Handelskammertag plädiert für ein Europa, das gemeinsam stärker ist.“ Er sprach sich für gemeinsame und verstärkte Förderprogramme, Investitionen in Forschung und Entwicklung sowie einheitlicheren, besseren Schutz von Innovationen aus.

Rieger: Offener Markt Europa als Jahrhundertchance

IHK-Vizepräsident Dr. Jörg S. Rieger, Geschäftsführender Gesellschafter von RUD-Ketten in Unterkochen, bekräftigte: „Die Diskussion um den unseligen Brexit hat uns die Augen geöffnet: Trotz mancherlei Klagen über vielerlei übergewichtige ‚Funktionswut‘ aus Brüssel ist und bleibt der offene, zollfreie, grenzenlose Markt Europa unsere Jahrhundertchance.“

Eine hohe Wahlbeteiligung ist wichtig,

Dr. Matthias Metz
IHK-Vizepräsident

Vizepräsident Dr. Matthias Metz, Vorstandsmitglied der Carl Zeiss AG, pflichtete bei: „Die Erschütterungen, welche das Thema Brexit für die Europäische Union und die Wirtschaft bereits jetzt mit sich bringt, lassen erahnen, wie wichtig der europäische Gedanke für uns ist und wie sehr wir vieles für selbstverständlich halten: die Freizügigkeit für Menschen und Unternehmen, ein gemeinsamer Markt mit gemeinsamen Werten, freier Austausch von Produkten sowie Kapital und vor allem Frieden und politische Stabilität.“ Eine hohe Beteiligung bei der Europawahl sei daher wichtig. IHK-Hauptgeschäftsführerin Michaela Eberle informierte über die verschiedenen Aktivitäten in der Politikberatung. So gab es unter anderem einen Austausch auf Landesebene mit Innenminister Thomas Strobl. Auf der Tagesordnung standen dabei die Themen Fachkräftezuwanderungsgesetz, Breitband und KI. Ebenfalls ausführliche Gespräche gab es mit Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut. Angesprochen wurden dabei Aktivitäten für die duale Berufsausbildung wie der der neue IHK-Azubi-Pass. Weitere auf Landesebene behandelte Themen im Verbund aller zwölf baden-württembergischen IHKs waren die Bedenken der Wirtschaft bei den aktuell vorliegenden Entwürfen zur Grundsteuerreform, sowie Anmerkungen an der Novellierung des Berufsbildungsgesetzes (BBIG).

Personelle Veränderungen in der Vollversammlung

In der Wahlgruppe Industrie Heidenheim rückt in die Vollversammlung Peter Hoffmann-Pichler nach, Geschäftsführer der IVH Industrieverpackung Heidenheim. Er folgt Andreas Joehle, der sein Amt nach dem Ausscheiden bei Hartmann niedergelegt hatte.

Die Versammlung beschloss die Nachwahl von Dr. Frank Hornung, CFO der Edelmann Group, Heidenheim, in den Finanz- und Steuerausschuss. Nachgewählt in den Industrieausschuss wurden Matthias Ebert, Teamleiter der EnBW Ostwürttemberg DonauRies, Ellwangen, und Eugen Klaiber, Geschäftsbereichsleiter bei Voith Dienstleistungen und Grundstücks GmbH, Heidenheim.

Markus Schmid, Leiter des IHK-Geschäftsfelds Existenzgründung und Unternehmensförderung, stellte die Aktivitäten der Start-up-Region Ostwürttemberg vor und verwies mit Vorfreude auf das Leuchtturm-Event Make Ostwürttemberg, das am 28. und 29. September in Schwäbisch Gmünd in die zweite Runde geht.

Prof. Dr. Patrick Ulrich erklärte abschließend Zielrichtung und Aufgaben des Aalener Instituts für Unternehmensführung (AAUF), das sich in seinen Studien und Beiträgen auf das Zusammenspiel von Compliance, Governance und Risk-Management fokussiert.

© Wirtschaft Regional 04.04.2019 16:46
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