TE baut neue Fabrik in Wört

Investition Während viele Zulieferer die E-Mobilität zögerlich angehen, geht der TE-Konzern in die Offensive - und investiert 50 Millionen Euro in eine neue Vorzeigefabrik im Osten des Ostalbkreises.
  • Spatenstich mit Mini-Bagger: Wörts Bürgermeister Thomas Saur (rechts) greift mit den TE-Manager Matthias Lechner (3. v. r.) und Standortleiter Andreas Lutz (5. v. r.) sowie der ersten Landesbeamtin Gabriele Seefried (4. v. r.) gleich zum Spaten. Bild: rs

Wört

Für den Spatenstich im Wörter Osten hatten sich die Auszubildenden von TE Connectivity etwas Besonderes einfallen lassen: Bevor die obligatorischen Spaten geschwungen wurden, setzte ein eigens entwickelter Mini-Bagger den ersten Biss – gesteuert via App. Für den Schweizer Konzern ist das Investitionsvorhaben keins wie jedes andere: In Wört soll nichts weniger als jene Fabrik entstehen, die TE in die Zukunft führt. Hier fertigt das Unternehmen bald Steckverbindungen, Leitungsschalter und Sensorik für Elektroautos. „TE fühlt sich geehrt, in Wört ein neues Kapitel der Unternehmensgeschichte aufschlagen zu dürfen“, erklärte Matthias Lechner, General Manager Automotive EMEA (also für die Regionen Europa, Mittlerer Osten, Afrika verantwortlich) von TE.

Dieses neue Kapitel lässt sich das Unternehmen, das weltweit rund 80 000 Mitarbeiter beschäftigt, rund 50 Millionen Euro kosten. Auf einer Fläche von 6000 Quadratmetern entsteht in den kommenden Monaten eine der modernsten Zulieferfabriken der Welt. TE schafft rund 70 neue Arbeitsplätze. Gemessen am Flächenverbrauch ist das überschaubar.

Doch Lechner unterstrich im Gespräch mit dieser Zeitung, dass es erst der hohe Automatisierungsgrad der Fabrik ermögliche, diese an einem Hochlohnstandort wie Deutschland aufzubauen. „Die Investition unterstreicht auch die Wichtigkeit unseres Engagement an den Standorten in Wört und Dinkelsbühl“, erklärte Standortleiter Andreas Lutz. An dem Doppelstandort beschäftigt das Unternehmen insgesamt rund 1800 Mitarbeiter, 1200 in Wört.

Lechner erläuterte in seiner Rede, dass sich die Autoindustrie in einem grundlegenden Wandel befinde, von dem TE profitieren werde. Bereits jetzt ist in jedem Auto weltweit ein TE-Teil verbaut, mit dem Wandel zur E-Mobilität sieht Lechner große Chancen. „Wir leisten einen wichtigen Beitrag zu Schlüsseltechnologien wie der Batterietechnik“, so Lechner. „Wir sind als Zulieferer dafür mitverantwortlich, dass E-Mobilität funktioniert.“ Gleichzeitig verändere sich die Gesellschaft, was sich ebenfalls auf die Hersteller wie Zulieferer auswirke. Auch die immer weiter fortschreitende digitale Vernetzung eröffne TE neue Wachstumschancen.

Unsere Region profitiert von TE.

Thomas Saur
Bürgermeister von Wört

Angesichts der Mega-Investition war auch Wörts Bürgermeister Thomas Saur glücklich. „Ich bin dankbar, dass sich TE für den Standort entschieden hat, und begeistert, was TE hier in den vergangenen Jahren auf die Beine gestellt hat.“ Die neue Fabrik sei ein Symbol, dass am Standort Zukunft entstehe und weiterentwickelt werde. Dank TE verfügt die Gemeinde am nordöstlichsten Rand des Ostalbkreises über mehr Arbeitsplätze denn Einwohner. „Unsere Region profitiert ohne Zweifel von TE.“

Auch die erste Landesbeamtin des Ostalbkreises, Gabriele Seefried, war nach Wört gekommen, um dem Unternehmen zu gratulieren. „Die neue Fabrik ist ein Beleg dafür, dass TE den Wandel in der Autoindustrie aktiv und engagiert angeht.“

TE Connectivity ist eine frühere Sparte der Tyco International Ltd., die unter dem Namen Tyco Electronics bekannt war. Der Schweizer Konzern mit US-amerikanischen Wurzeln und Sitz in Schaffhausen in der Schweiz hat im vergangenen Jahr einen Umsatz von mehr als zehn Milliarden Euro erwirtschaftet. TE entwickelt und fertigt elektronische Steckverbinder, Netzwerktechnik, Unterwasser-Telekommunikationssysteme und Wireless-Systeme für Kunden im Automobilsektor sowie in den Bereichen Luft- und Raumfahrt, Verteidigungssysteme, Telekommunikation, Computer und Unterhaltungselektronik. Jährlich werden laut Angaben des Konzerns 220 Milliarden Produkte produziert.

© Wirtschaft Regional 29.03.2019 12:29
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