Jugendliche profitieren von starkem Arbeitsmarkt

Arbeitslosigkeit laut neuesten Zahlen der Agentur für Arbeit weiter rückläufig
  • Die Agentur für Arbeit in Aalen. (Foto: privat)

Aalen. Die Arbeitslosigkeit in Ostwürttemberg ist im März weiter zurückgegangen. Das teilt die Agentur für Arbeit in Aalen mit. Am Stichtag waren im Agenturbezirk 7.484 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 156 Menschen weniger als noch im Vormonat. Im März des Vorjahres lag die Arbeitslosenzahl mit 7.793 Arbeitslosen um 4 Prozent höher. Damit ging die Arbeitslosigkeit binnen Jahresfrist stärker zurück als in Baden-Württemberg. Im Land konnte ein Rückgang von lediglich 3,5 Prozent verzeichnet werden.

Am Deutlichsten reduzierte sich im Vorjahresvergleich die Zahl der Arbeitslosen im Landkreis Heidenheim. Aktuell sind dort 2.665 Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen. Vor einem Jahr waren dort noch 249 Personen mehr arbeitslos gemeldet. Das entspricht einem Rückgang von 8,5 Prozent.
Im Ostalbkreis reduzierte sich die Arbeitslosigkeit im Berichtsmonat um 154 Personen auf nun 4.819. Im Vergleich zum März 2018 hat der Ostalbkreis heute 1,2 Prozent oder 60 Arbeitslose weniger zu verzeichnen.


Die Arbeitslosenquoten der einzelnen Landkreise verringerten sich hingegen nicht – im Ostalbkreis verblieb die Quote bei 2,8 Prozent und im Landkreis Heidenheim bei 3,7 Prozent. Dies ergibt sich durch die Rundung. Die Stellen hinter dem Komma geben hierbei den Ausschlag. „Trotz einem Rückgang an Arbeitslosen kann es da schon mal vorkommen, dass bei entsprechender Rundung die Arbeitslosenquote stabil bleibt, wie wir es bei den beiden Landkreisen beobachten konnten“, kommentiert Elmar Zillert, Vorsitzender der Geschäftsführung der Aalener Arbeitsagentur, die Situation.

Die Gesamtquote für Ostwürttemberg ging um 0,1 Prozent auf 3,0 zurück.


Auch im Land Baden-Württemberg ging die Arbeitslosenquote um 0,1 Prozentpunkt auf nunmehr 3,1 Prozent zurück.

Die Zahl der arbeitslosen Menschen aus dem Bereich der Arbeitslosenversicherung (Alg I) – diese werden durch die Agentur für Arbeit betreut – sank im Berichtsmonat um 87 auf 3.956 Personen. Dabei zeigt sich besonders das Ungleichgewicht zwischen den Landkreisen. Im Kreis Heidenheim stieg die Zahl um 12 auf 1.380 Personen, während sie im Ostalbkreis um 99 auf 2.587 Personen zurückging.
Im Bereich der Grundsicherung (Hartz IV) – diese Personen werden durch die Jobcenter betreut – sank die Zahl der Arbeitslosen in Ostwürttemberg um 69 auf 3.528 Personen. Der Rückgang im Ostalbkreis um 55 Personen schlägt mit 2,4 Prozent stärker zu Buche als im Landkreis Heidenheim. Hier verringerte sich die Zahl der arbeitslos gemeldeten Personen um 14, was einem Rückgang um 1,1 Prozent entspricht.

Jugendliche profitieren besonders

Besonders vom Arbeitsmarkt konnten die Jugendlichen unter 20 Jahren profitieren. Bei ihnen waren zum Ende des Berichtsmonats 111 Personen von Arbeitslosigkeit betroffen. Das sind 4,3 Prozent weniger als noch im Vormonat. Vor einem Jahr waren noch 14 Prozent mehr unter 20-Jährige arbeitslos. Ihr Anteil an allen Arbeitslosen beträgt 1,5 Prozent. Damit sind sie die kleinste Gruppe unter den Arbeitslosen.
Zum Vergleich: Im Land stieg im gleichen Zeitraum die Zahl der Arbeitslosen unter 20 Jahren um 0,5 Prozent an.


Markant ist auch die Entwicklung der Arbeitslosigkeit bei den Männern und Frauen. Die Zahl der arbeitslosen Männer sank gegenüber dem Februar um 102 oder 2,4 Prozent. Im Vorjahresvergleich verringerte sich die Männerarbeitslosigkeit nur um 1,2 Prozent. Die Gruppe der arbeitslosen Frauen konnte im Vergleich zum Vormonat nur einen Rückgang um 1,6 Prozent verzeichnen. Allerdings punktet diese Gruppe im Vergleich zum Vorjahr. Mit einem Rückgang von 7,2 Prozent können sie ein Vielfaches vom Rückgang der Männerarbeitslosigkeit verbuchen.


Die Dynamik auf dem Arbeitsmarkt hat im Berichtsmonat wieder deutlich zugenommen. Im März konnten insgesamt 841 Personen ihre Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer neuen Beschäftigung beenden.


„Der Stellenzugang fiel im März mit 1.398 zur Besetzung gemeldeten Stellen etwas niedriger aus, als im Monat Februar“, so Zillert. Vergleicht man die aktuellen Zahlen allerdings mit denen des Vorjahres, so konnte ein Plus von insgesamt 9,8 Prozent verzeichnet werden.


Auf dem Ausbildungsmarkt setzte sich die Entwicklung der vergangenen Jahre fort. Seit Beginn des Berichtsjahres, dem 1. Oktober 2018, haben sich bei der Berufsberatung 2.267 Jugendliche als Bewerber um eine Ausbildungsstelle gemeldet. Dies sind 124 Bewerber oder 5,2 Prozent weniger als im Vorjahresvergleich. Im gleichen Zeitraum wurden der Arbeitsagentur von den Betrieben der Region 3.806 freie Ausbildungsstellen gemeldet, was einem Plus von 10 Prozent entspricht. Damit geht die Schere zwischen den angebotenen Ausbildungsstellen und den Bewerbern weiter auseinander.
Aktuell sind noch über 2.000 Ausbildungsplätze zu besetzen. Das bedeutet für alle Jugendliche, die sich für eine Lehrstelle interessieren, beste Chancen auf einen beruflichen Einstieg. Die Berufsberater unterstützen gerne alle Jugendlichen dabei.

 

© Wirtschaft Regional 29.03.2019 11:17
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