-

Mit Alkohol am Steuer läuft nichts

Um die Zahl der Verkehrstoten zu senken, sieht die EU radikale Maßnahmen vor. Fahrhilfen werden Pflicht.
  • Fahrradfahrer werden oft übersehen: Assistenzsysteme sollen helfen, Unfälle zu verhindern. Foto: Daniel Bockwoldt/dpa
Neue Autos sollen für mehr Sicherheit im Straßenverkehr ab 2022 verpflichtend mit einer ganzen Reihe elektronischer Kontrollsysteme wie etwa Alkohol-Wegfahrsperren ausgestattet werden. Darauf einigten sich Unterhändler des Europaparlaments und der EU-Staaten in Brüssel. Die EU ebnet damit den Weg zum autonomen Fahren.

Künftig müssen rund 30 Hightech-Fahrhilfen in Autos installiert werden. Dazu zählen neben den Kontrollsystemen, die bei übermäßigem Alkoholkonsum den Start des Autos blockieren, auch Warnsysteme, die den Fahrer bei Müdigkeit oder Ablenkung alarmieren. Zudem sollen Kameras und Sensoren zum Rückwärtsfahren sowie Datenrekorder für Unfälle installiert werden – ähnlich Blackboxes in Flugzeugen.

Für Lastwagen werden Abbiege-Assistenten und Sensorsysteme fällig, die vor allem schutzbedürftigere Verkehrsteilnehmer neben den Fahrzeugen erkennen sollen. Außerdem sind verpflichtende Reifendruck-Messsysteme vorgesehen. Außerdem soll ein verändertes Fahrzeugdesign die Sicht der Fahrer verbessern.

Einige der Kontrollsysteme gebe es bereits vor allem in Wagen der Luxusklasse, sagte EU-Industriekommissarin Elzbieta Bienkowska. Künftig sollten sie aber in allen Fahrzeugen zum Einsatz kommen. In neu entworfenen Fahrzeugtypen sollen die Kontrollsysteme in Europa nun ab dem Jahr 2022 eingebaut werden. Sämtliche Neuwagen sollen ab 2024 damit ausgestattet werden.

„Die Systeme sind heute zum Teil schon serienreif oder befinden sich in einem fortgeschrittenen Entwicklungsstadium“, teilte der Verband der Automobilindustrie mit. „Aktive Sicherheitssysteme, um die es Brüssel geht, sind in der Lage, Unfälle aktiv zu vermeiden, während passive Sicherheitssysteme wie Gurte oder Airbags vor allem Unfallfolgen abmildern sollen.“

Die Einigung der Unterhändler muss nun noch vom Europaparlament und den EU-Staaten bestätigt werden. dpa
© Südwest Presse 27.03.2019 07:46
342 Leser
Ist dieser Artikel lesenswert?