Fahrräder mit Elektromotor sind weiterhin der Renner

Der Zweirad-Industrie-Verband ist mit dem Umsatz von E-Bikes zufrieden. Potenzial haben Lastenräder.
  • 4,2 Millionen Räder wurden 2018 gefertigt. Foto: Peter Endig/dpa
Knapp jedes vierte neu verkaufte Fahrrad in Deutschland hat inzwischen einen Elektromotor. Davon geht die deutsche Fahrradindustrie aus. Der E-Bike-Boom ließ die Branche im vergangenen Jahr weiter wachsen. Der Umsatz mit Fahrrädern und E-Bikes stieg um 16,3 Prozent auf 3,16 Mrd. EUR, wie der Zweirad-Industrie-Verband am Donnerstag in Berlin mitteilte. Er vertritt Hersteller und Importeure.

Auch der trockene Sommer trug dazu bei, dass 4,2 Mio. Räder verkauft wurden, knapp 9 Prozent mehr als im Vorjahr. Mit 756 EUR pro Rad stieg der durchschnittliche Verkaufspreis um 7 Prozent. Auch das liegt im Wesentlichen an E-Bikes, die in der Regel deutlich teuer sind. Weiteres Wachstum erhoffen sich die Hersteller unter anderem durch Lastenräder. Diese sind in den Städten immer häufiger zu sehen. Kleinkinder, Pakete, Wocheneinkauf und Werkzeug – vieles passt in die große Kiste zwischen Lenker und nach vorn gestrecktem Vorderrad. Deshalb steigen nicht nur Eltern, Postdienste und Handwerker um.

Fachhändler gut im Geschäft

Allein 40 000 Elektro-Lastenräder mit Elektromotor wurden im vergangenen Jahr verkauft, außerdem ungezählte Modelle ohne Motor. „Die Tendenz ist stark steigend“, heißt es bei Herstellern und Handel. Doch wer einen der Laster auf zwei Rädern steuert, findet längst nicht überall optimale Bedingungen. Obwohl sie eines der Mittel sind, in den Städten Straßen und Luft zu entlasten. „Gerade das Thema Schadstoffe hat extreme Auswirkungen – im positiven Sinn für den Radverkehr“, sagt Thomas Kunz, der Geschäftsführer des Handelsverbands Zweirad. Die Fachhändler machen derzeit gute Geschäfte, auch mit den sogenannten Cargobikes.

Von München über Darmstadt und Bielefeld bis Berlin kann man erste Fahrzeuge ausleihen. Der Bund und die Hauptstadt geben Kaufzuschüsse. Die Paketdienste DHL, GLS, Hermes und UPS betreiben in Berlin-Prenzlauer Berg einen gemeinsamen Umschlagplatz. Für den letzten Kilometer laden die Boten die Pakete dort auf Fahrräder.

„Gerade in den Städten wird oft der Zweitwagen auch ersetzt durch ein Lastenrad“, ist der Geschäftsführer des Zweirad-Industrie-Verbands Siegfried Neuberger überzeugt. Die professionelle Nutzung der Lastenräder nehme ebenfalls zu. „Wir sehen in diesem Markt ein starkes Wachstumspotential.“ Für die gesamte Branche sagt der Verbandschef: „2018 war hervorragend.“ Neuberger wünscht sich nun, dass Radwege besser ausgebaut werden. Aus dem Bundesverkehrsministerium spüre er bereits Rückenwind. Burkhard Fraune, dpa
© Südwest Presse 22.03.2019 07:45
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