Auch Profis wollen Akku-Geräte

Die Nachfrage nach Batteriezellen wächst rasant. Die Konzernsparte hat ihren Bedarf gesichert.
  • Bosch-Manager Henk Becker zeigt einen Hochleistungs-Akku. Foto: Marijan Murat/dpa
Die Bosch-Elektrogerätesparte will sich mit weiteren Lieferanten für Batteriezellen absichern. „Wir haben vier Hauptlieferanten und sind dabei, Verträge mit weiteren zu schließen“, sagte der Chef der Robert Bosch Power Tools, Henk Becker, vor Journalisten. „Wir haben uns über langjährige Verträge abgesichert“, sagte Becker, ohne die Lieferanten zu nennen.

Selbst im Profibereich – bei Handwerkern oder in der Produktion – werden inzwischen oft Bohrmaschinen und Schrauber mit Akku eingesetzt. Der Marktanteil in industrialisierten Ländern liege derzeit bereits bei 66 Prozent – Tendenz steigend.

Beim Wettbewerber Kärcher, der wie Bosch auch automatische Rasenmäher und Staubsauger baut, laufen bereits 75 Prozent der Geräte für die Verbraucher mit Akkus. Im professionellen Bereich ist der Anteil niedriger, weil die Geräte eine höhere Leistung und entsprechend mehr Strom brauchen, was bislang nur über Stromkabel gewährleistet war. Doch das könnte sich ändern: Die neusten Akkugenerationen könnten inzwischen mithalten. „Erstmals sind Akku-Geräte besser als Netzgeräte“, erklärte Becker.

Weltweit ist der Bedarf an Batteriezellen zuletzt enorm gewachsen. Die Autoindustrie hat sich ihren Bedarf über langfristige Verträge gesichert. Das bekommen auch die Hersteller von Bohrmaschinen und anderen Elektrowerkzeugen vorbei. „Mit der aufkommenden Elektromobilität ist eine Verknappung seit 2016 zu spüren, sowohl bei den Rohstoffen, als auch bei den Fertigungskapazitäten“, heißt es bei Stihl. Dabei nutzen beide Branchen verschiedene Zellen.

Allerdings kommen kleinere Rundzellen, wie sie in Elektrogeräten benutzt werden, auch im Streetscooter zum Einsatz, sagt Kai-Christian Möller vom Fraunhofer-Institut in München. Die Post hatte den Elektrolieferwagen mangels Angebot der großen Hersteller entwickeln lassen.

Bislang spielt die Verknappung von Rohstoffen laut Möller noch keine Rolle. Es sei vielmehr so, dass die Abnehmer von Rundzellen von Neuentwicklungen und vom Preisverfall der Materialien profitieren. Annika Grah
© Südwest Presse 22.03.2019 07:45
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