Eventus-Chef muss hinter Gitter

Das Landgericht Stuttgart urteilt: Die Baugenossenschaft war Selbstbedienungsladen des Angeklagten.
Für den Millionenbetrug mit der Stuttgarter Wohnungsbaugenossenschaft Eventus ist der Gründer und einstige Chef zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt worden. Mit großen Versprechungen habe der heute 35-Jährige über Jahre hinweg Mitglieder für die Genossenschaft geworben und sie Geld einzahlen lassen, obwohl ihm klar gewesen sei, dass dahinter kein funktionierendes Geschäftsmodell gestanden habe, entschied das Landgericht Stuttgart am Mittwoch. Eventus hatte im Herbst 2017 Insolvenz angemeldet.

Das Gericht ordnete auch die Einziehung von mehr als 1,2 Mio. EUR vom Angeklagten sowie von einer Eventus-Tochtergesellschaft an. Zudem wurde der 35-Jährige dazu verurteilt, diversen Klägern, die ihre Ansprüche in dem Verfahren mit geltend gemacht hatten, zusammen mehr als 2 Mio. EUR zu zahlen.

Der Vorsitzende Richter sagte in seiner Urteilsbegründung, anstelle einer Genossenschaft sei Eventus eine Ein-Mann-Gesellschaft gewesen – „ein Selbstbedienungsladen des Angeklagten“. Insgesamt hatte die Eventus laut Gericht rund 9,4 Mio. EUR von Anlegern eingesammelt und weitgehend aufgebraucht.

Kritik äußerte das Gericht an der Rolle des Verbandes baden-württembergischer Wohnungs- und Immobilienunternehmen, der für die Prüfung der Eventus-Geschäfte zuständig war: „Die Eventus hätte niemals an den Start gehen dürfen.“ dpa
© Südwest Presse 14.03.2019 07:46
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