ZF muss an EU 190 Millionen Euro bezahlen

EU-Kartellbehörde Weil TRW, Autoliv und Takata Preisabsprachen für Airbags, Sicherheitsgurte und Lenkräder trafen.

Brüssel. Die Europäische Kommission hat den schwedischen VW- und BMW-Zulieferer Autoliv und die ZF -Tochter TRW mit einer Kartellstrafe von 368 Millionen Euro, davon 190 für ZF, belegt. Grund: Beide Unternehmen hätten gemeinsam mit dem japanischen Konzern Takata Kartelle bei der Lieferung von Airbags, Sicherheitsgurten und Lenkrädern gebildet, um ihre Gewinne zu steigern. Takata hatte die Absprachen angezeigt und muss wegen der Kronzeugenregelung keine Strafe zahlen. Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager sagte, diese Kartelle schadeten den Verbrauchern. Die Unternehmen haben die Absprachen eingeräumt und akzeptieren die Strafe. Die Absprachen erfolgten vor acht Jahren, bevor ZF 2015 TRW übernahm. „Wir haben bereits 2015 Rückstellungen gebildet“, sagte ein ZF-Sprecher dieser Zeitung. Weil ZF bei der Aufarbeitung des Falls mit der EU eng zusammen gearbeitet habe, sei die Strafe niedriger als angesetzt ausgefallen. Zur Frage, ob es für frühere TRW-Manager Konsequenzen gebe, äußerte sich der Sprecher ebenso wenig wie dazu, ob betroffenen Kunden nun vor Gericht auf Schadenersatz klagen könnten: „Wir sind froh, dass der Vorgang nun abgeschlossen ist.“ Helmuth Köditz, ZF-Geschäftsführer in Alfdorf, erklärte: „Bei uns wusste niemand etwas von Absprachen“

© Wirtschaft Regional 05.03.2019 19:31
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