Die Winterflaute ist zu Ende

In Baden-Württemberg ist die Zahl der Langzeitarbeitslosen besonders stark gesunken.
  • SWP GRAFIK QUELLE: BUNDESAGENTUR FÜR ARBEIT. Foto: SWP GRAFIK QUELLE: BUNDESAGENTUR FÜR ARBEIT.
Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Februar um 33 000 gesunken. Damit suchten zuletzt noch 2,37 Mio. Menschen einen Job, wie die Nürnberger Bundesagentur für Arbeit (BA) am Freitag mitteilte. Im Vergleich zum Februar des Vorjahres waren 173 000 Menschen weniger arbeitslos. Die Arbeitslosenquote blieb unverändert bei 5,3 Prozent.

BA-Chef Detlef Scheele erklärte, es sei nicht nur die Arbeitslosigkeit gesunken, auch die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung bleibe auf Wachstumskurs und die Nachfrage nach Arbeitskräften auf einem sehr hohen Niveau. „Der Arbeitsmarkt bleibt damit robust gegenüber der konjunkturellen Abschwächung.“

Auch Baden-Württemberg hat den Höhepunkt der alljährlichen Winterflaute hinter sich gelassen. Die Zahl der Menschen ohne Job ging im Februar wieder leicht auf exakt 196 644 zurück. Das waren knapp 4500 weniger als im Januar und mehr als 11 000 weniger als vor einem Jahr. Arbeitsagentur-Chef Christian Rauch sprach von einem weiterhin positiven Trend auf dem Arbeitsmarkt: „Wir messen den niedrigsten Wert in einem Februar seit 1998.“

„Keine Fehlanreize schaffen“

Überdurchschnittlich zurückgegangen sei die Zahl der Langzeitarbeitslosen, die von der weiterhin hohen Nachfrage nach Arbeitskräften profitierten. Rund 51 000 Menschen sind seit mehr als einem Jahr ohne Job, das ist etwa jeder vierte Arbeitslose.

Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger wandte sich angesichts der Entwicklung gegen die Vorstellung der SPD, älteren Menschen länger Arbeitslosengeld zu zahlen. Damit würden „Fehlanreize“ geschaffen, kritisierte er.

Unter jungen Leuten nahm die Arbeitslosigkeit im Februar gegen den allgemeinen Trend leicht zu. Das liege daran, dass viele im Februar ihre Ausbildung beendet hätten und nun einen Arbeitsplatz suchten.

Arbeitsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) verwies in diesem Zusammenhang auf den Wert einer guten Ausbildung. „Die erfreulich niedrigen Arbeitslosenquoten von Menschen mit abgeschlossener Berufsausbildung oder akademischer Ausbildung zeigen, dass berufliche Qualifizierung eine gute Investition in die Zukunft ist“, betonte sie.

Auch im ganzen Euroraum liegt die Arbeitslosenquote mit 7,8 Prozent so niedrig wie seit zehn Jahren nicht mehr. afp/dpa
© Südwest Presse 02.03.2019 07:46
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