Kommentar Helmut Schneider zur Lohnlücke bei Frauen und Männern

Nur kleiner Unterschied

  • Helmut Schneider Foto: Foto
Geschlecht, Namen, Bezeichnungen – heutzutage steht manches auf dem Prüfstand der gendermäßigen Gleichbehandlung, was nicht jeder mehr nachvollziehen kann. Die Lohnlücke – neudeutsch: Gender Pay Gap – wurde dagegen schon immer als geschlechterspezifische Ungerechtigkeit gebrandmarkt. Wie kann es sein, dass Männer im Schnitt 21 Prozent mehr als die Frauen verdienen? Diskriminierung – unter diesem Verdikt lief und läuft die Empörung.

Allerdings liefert der statistische Durchschnittswert keinen Beleg dafür, dass in Deutschland die Arbeitgeber, private ebenso wie staatliche, den Frauen für gleiche Arbeit ein Fünftel weniger bezahlen als den Männern. Die beabsichtigte Empörung darüber ist eine Empörung wider besseren Wissens.

Die unterschiedliche Bezahlung von Frauen und Männern hat viele Ursachen – Teilzeit, unterschiedliche Bezahlung in den Branchen, Ausbildung und Berufserfahrung zum Beispiel. Wenn man diese Faktoren herausrechnet, wird die Lohnlücke zum kleinen Unterschied.

Mit einer Vielzahl sinnvoller Maßnahmen und Initiativen stemmen sich Politik, Gesellschaft und Wirtschaft gegen diesen kleinen Unterschied. Ob er dann irgendwann ganz verschwindet, wird sich zeigen. Aber jetzt schon sind erste Erfolge sichtbar. Deutschland ist hier nicht der Buhmann, sondern fast der Klassenbeste.
© Südwest Presse 02.03.2019 07:46
274 Leser
Ist dieser Artikel lesenswert?