VR-Bank schließt Filialen

Sparprogramm Sechs Geschäftsstellen fallen weg, sechs werden zu SB-Stellen, fünf verzichten auf Service-Schalter. Göggingen verliert Bankautomat.
  • Erst vor Kurzem hat die VR-Bank dieses Gebäude in Straßdorf bezogen. Aus der Filiale wird jetzt eine „Beratungsfiliale“. Foto: tom
  • So sieht das künftige Filialnetz der VR-Bank Ostalb aus. Grafik: Leimann/Foto: opo

Schwäbisch Gmünd/Aalen

Die VR-Bank Ostalb verkleinert ihr Filialnetz. Das haben die Vorstände der Genossenschaftsbank am Freitag bekannt gegeben. Derzeit betreibt die Bank 37 Filialen, davon fünf reine Selbstbedienungs(SB-)Filialen. Ab dem 1. Oktober werden es noch 31 Filialen sein, darunter neun SB-Filialen.

In Göggingen gab es schon zuletzt nur noch einen Geldautomaten – der wird nun abgebaut. Zu reinen Selbstbedienungs-Filialen werden Iggingen, Schechingen, Wetzgau und Bargau sowie Neresheim-Elchingen umgebaut. Komplett geschlossen werden fünf kleinere Filialen auf dem Härtsfeld: Dorfmerkingen, Auernheim, Kösingen, Schweindorf und Ohmenheim. Ab August 2020 bietet die Bank außerdem in Herlikofen, Straßdorf, Lauchheim, Unterkochen und Dewangen keinen persönlichen Service wie etwa Überweisungen und Geldeinzahlungen am Schalter mehr an. Dort gibt es dann nur noch Bankautomaten und die Möglichkeit, sich nach Terminvereinbarung beraten zu lassen: Auf ein solches Modell der „Beratungsfiliale“ ist in der Vergangenheit bereits die Geschäftsstelle Aalen-Waldhausen umgestellt worden.

„Verändertes Kundenverhalten“ als Ursache

Die bisherigen Kunden der Filialen in Iggingen und Schechingen werden künftig von Leinzell aus betreut, die Kunden aus Wetzgau in Lindach, die Kunden aus Bargau in Bettringen und die Kunden aus den Neresheimer Teilorten sowie Auernheim in Neresheim.

Die Gründe für den Schritt sind die gleichen, mit denen die Kreissparkasse Ostalb bereits im Oktober die Schließung von 26 Filialen angekündigt hatte: VR-Vorstandssprecher Kurt Abele und die beiden Vorstände Ralf Baumbusch und Olaf Hepfer verwiesen vor allem auf ein „verändertes Kundenverhalten“. So fragten in den betroffenen Filialen die Kunden seit Jahren immer seltener Service-Leistungen nach. „Das liegt auch an einer höheren Mobilität der Menschen“, betonte Baumbusch. So habe an dem Geldautomat in Göggingen „schlicht und einfach die Frequenz gefehlt“. Gleichzeitig verzeichneten die Online-Plattform der Bank 120 000 Besuche und das zentrale Service-Center bis zu 14 000 Telefonanrufe monatlich.

Für alle betroffenen Mitarbeiter gibt es eine Jobgarantie.

Kurt Abele
Vorstandsvorsitzender

Die Bank spart eine halbe Million Euro ein

Laut Vorstandsvorsitzendem Kurt Abele spart die Bank durch die Schließungen „eine starke halbe Million Euro“. Er fügte hinzu: „Für alle betroffenen Mitarbeiter gibt es eine Jobgarantie.“ Dass die Zahl der Mitarbeiter von derzeit 303 Vollzeitstellen mittelfristig auf 290 sinken soll, sei bereits im Rahmen der Fusion 2017 vereinbart worden und geschehe ausschließlich im Rahmen natürlicher Fluktuation.

Was geschieht mit den Immobilien? „In den meisten Fällen sind wir Mieter, drei Immobilien gehören der VR-Bank, von denen eine nun zur SB-Filiale wird“, erläutert Ralf Baumbusch. Über künftige Nutzungen liefen derzeit Gespräche.

Bankchef Kurt Abele will die Filialschließungen indes nicht als „Kahlschlag“ verstanden wissen: „Als Omnikanalbank, die ihren Kunden alle Zugangswege bietet, werden wir weiterhin in der Fläche präsent sein“, sagte er und fügte an: „Innerhalb von zehn Minuten wird auch künftig nahezu jeder Kunde eine Filiale oder SB-Stelle erreichen.“Auch in reinen SB-Filialen können Kunden Papier-Überweisungen in Briefkästen werfen, die zweimal wöchentlich geleert werden.

© Wirtschaft Regional 01.03.2019 20:20
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