Die Alleskönner

Firefox, Opera und Co. sind das Zugangstor zum Internet. Sie liefern mittlerweile auch komplette Office-Pakete, Grafik-, Videoprogramme und vieles mehr. Ein Überblick.
  • Nahezu alle Browser-Anbieter bieten Varianten fürs Smartphone an. Foto: Robert Günther/dpa
Die grundsätzliche Funktion von Webbrowsern ist klar: Sie stellen Seiten aus dem World Wide Web dar. Klassisches Surfen im Internet also. Doch im Laufe der Jahre haben sich Browser zu Allround-Werkzeugen für Computer und Smartphones entwickelt. Mit den richtigen Erweiterungen werden kaum noch andere Programme benötigt.

Seit den späten 1990er Jahren konnten zunächst Webradios direkt im Browser abgespielt werden, mit neuen Codecs und steigenden Bandbreiten für die Datenübertragung begann der Siegeszug des Video-Streamings, vor allem YouTube.

Möglich ist das durch Video-Plugins in den Browsern. Externe Programme zur Wiedergabe? Überflüssig. Selbst grafisch anspruchsvolle Spiele können über Browser gestreamt werden, solange die Internet-Bandbreite ausreichend ist.

Mit kleinen, integrierten Erweiterungen (Add-ons) kann der Browser zum Alleskönner ausgebaut werden. Es gibt die Werbeblocker, Add-ons zum Schutz der Privatsphäre, Screenshot-Tools, Messenger, Organizer und Shopping-Apps.

Immer mehr Programme erscheinen als Web-Version oder Browser-Erweiterung. So lässt sich das Office-Paket von Microsoft komplett über Browser nutzen. Google stattet seinen Chrome-Browser mit einer eigenen Office-Suite aus. Adobe bietet Web-Apps seiner Grafik-, Video- und Musik-Programme an.

Web-Browser werden so immer mehr zum Mittelpunkt des digitalen Arbeitsplatzes. Selbst die Kommunikation kann rein über sie erfolgen – mit E-Mail-Diensten, Video-Chats, VoIP-Telefonie oder Web-Apps von Messengern wie WhatsApp.

Ein Überblick über Platzhirsche und Geheimtipps:

  

Google Chrome ist der am meisten genutzte Browser. Herbert Braun vom Fachmagazin „c‘t“ begründet das mit seiner Geschwindigkeit, einem schlanken Design und zahlreichen sinnvollen Erweiterungsmöglichkeiten. Kritisiert wird Chrome, weil Datenschützer in ihm einen der vielen Arme der Datenkrake Google sehen.

  

Microsoft Edge ist der Nachfolger des Internet Explorers, der unter Webdesignern und Programmierern einen schlechten Ruf hatte. Microsoft zog einen Schlussstrich und lieferte mit Edge einen schnellen und schnörkellosen Browser ab. Braun: „Edge ist schlank, simpel und konzentriert sich auf das Nötigste.“ Ihm fehle aber das üppige Angebot an Erweiterungsmöglichkeiten.  

Mozilla Firefox ist bekannt für seine umfangreiche Add-on-Bibliothek. Der Lieblingsbrowser vieler Programmierer bietet eine reichhaltige Auswahl an Erweiterungen, hat immer noch den Nimbus der Innovationsfreude und erhält viele Add-ons zuerst. Außerdem ist er nicht Teil eines Datenriesen.

  

Safari ist besonders Mac-Nutzern ein Begriff, ist es doch der Standard-Browser von Apple. Windows- oder Android-Nutzer können also nicht von seiner Geschwindigkeit profitieren. Für ihn spricht die Integration anderer Apple-Software, dafür kann es die Liste der Erweiterungen nicht mit Firefox aufnehmen. 

Opera fristet ein Nischendasein, galt aber lange als Innovationsmotor unter den Browsern. Er hatte als erster einen Werbeblocker standardmäßig integriert. Heute überzeugt er mit einem integrierten VPN-Tool, wodurch Surfen über öffentliche Hotspots sicherer wird. Opera bietet auch einen empfehlenswerten Browser für Smartphones an.

    

Vivaldi stammt von Opera ab und will fortsetzen, wofür Opera früher stand: Innovation und maximale Anpassung durch Nutzer. Vivaldi ist etwas für Power-User wie Herbert Braun, die mit ihrem Browser arbeiten und ihn effizient an ihre Bedürfnisse anpassen wollen. Benjamin Krüger
© Südwest Presse 26.02.2019 07:46
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