Röhms neues Heim

Expansion Nach einem erfolgreichen Jahr 2018 baut die Gruppe ihren Stammsitz in Sontheim aus.
  • So soll die neue Zentrale von Röhm bald aussehen.

Sontheim

Bei der traditionsreichen Röhm-Gruppe geht es weiter aufwärts: Im vergangenen Jahr hat das Unternehmen seinen Umsatz gesteigert und hat einen Gewinn erwirtschaftet. Die gute Entwicklung soll sich nun auch in einem Neubau niederschlagen. Am Stammsitz in Sontheim/Brenz will der Spann- und Werkzeughersteller Röhm rund sieben Millionen Euro in ein neues Büro-Verwaltungsgebäude investieren. „Im Neubau werden wir neu gestaltete Arbeitsplätze für 120 Mitarbeiter aus Vertrieb und Verwaltung schaffen“, erklärt Geschäftsführer Gerhard Glanz.

„Das Jahr 2018 ist für Röhm sehr gut gelaufen“, erläutert Glanz im Gespräch mit dieser Zeitung. Der Umsatz ist auf rund 155 Millionen Euro gewachsen. Man erwarte einen operativen Gewinn von acht Millionen Euro. In den Vorjahren hatte Röhm regelmäßig rote Zahlen geschrieben und war deshalb von den Eigentümern an die österreichische Helmut-Rothenberger-Stiftung verkauft worden. Seit dem die Österreicher, die auch Gerhard Glanz als Geschäftsführer installierten, das Sagen haben, geht es bei Röhm aufwärts. Der Neubau ist aber nicht nur Zeichen für den Aufschwung.

„Im Hause Röhm ist in den letzten Jahrzehnten so einiges in die Jahre gekommen“, erklärt Glanz. „In Ermangelung geschäftlichen Erfolges haben unsere Vorgänger kaum investiert, daher kann man durchaus von einem Investitionsrückstau sprechen.“

Röhm investiert zudem in den Maschinenpark

Das Jahr 2018 ist für Röhm gut gelaufen.

Gerhard Glanz
Geschäftsführer Röhm

Das alte Verwaltungs- und Vertriebsgebäude sei ebenso ein Teil dieses Rückstaus, wie diverse Maschinen und andere technische Einrichtungen. Allein in die Sozialräume unserer Werke Sontheim und Dillingen investiere das Unternehmen gerade mehr als 300.000 Euro, „damit unsere Mitarbeiter wieder würdige Rahmenbedingungen an ihren Arbeitsplätzen haben“, so Glanz. Zudem will Röhm massiv in die Fertigung am Stammsitz investieren. „Die Anschaffung von Maschinen und Anlagen im Wert von 7,5 Millionen Euro sind für 2019 geplant“, so Glanz, der gleichzeitig ein ehrgeiziges Ziel formuliert. „Wir tun alles, um wieder der stärkste Spannmittelhersteller der Welt zu werden – und wir werden das schaffen!“

Im aktuellen Jahr soll sich die gute Entwicklung fortsetzen. „Sofern die allgemeine wirtschaftliche Lage mitspielt streben wir weiteres Wachstum bei Umsatz und Ertrag an“, so Glanz. In Planung seien deshalb neue Produkte und Dienstleistungen, „die hundertprozentig an die Anforderungen des Marktes angepasst sind“. Überdies könnte Röhm auch anorganisch wachsen, sprich: zukaufen. „Die eine oder andere ergänzende Akquisition ist nicht ausgeschlossen.“

Um weiter zu wachsen, soll Röhm internationaler werden. Besonders zwei Märkte hat Glanz dafür im Auge: „Besonderes Augenmerk wollen wir ab 2019 auf den deutlichen Ausbau unserer Marktaktivitäten in Asien sowie Nord- und Südamerika legen.“ Unter anderem deshalb habe man auch das Marketingbudget verdoppelt und in die Entwicklung investiert. „Mindestens zehn neue Produkte“ werde man 2019 auf den Markt bringt. „Wir wollen damit unsere Rolle im internationalen Verdrängungswettbewerb neu definieren. Unsere 1300 Röhmler sind richtig heiß darauf, zu zeigen, wozu wir mit geeinter Kraft fähig sind.“

© Wirtschaft Regional 22.02.2019 18:14
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