Emag: Neuer Name in Heubach

Maschinenbau Der Emag-Konzern benennt seinen Standort in Heubach um. Der Grund: Die Laser-Anlagen, die die inzwischen 280 Mitarbeiter entwickeln und herstellen, sind weltweit gefragt.
  • Lasertechnologie von Emag im Einsatz. Fotos: Emag
  • Dr. Andreas Mootz

Heubach

Einer der größten Arbeitgeber der Stadt unterm Rosenstein bekommt einen neuen Namen: Seit Januar heißt Emag Automation nun Emag LaserTec. Hinter der Umbenennung steht eine Erfolgsgeschichte, denn die sogenannten Turn-Key-Fertigungssysteme, mit denen Autobauer komplexe Fahrzeugkomponenten fertigen, sind gefragt wie nie zuvor.

Der neue Name passe besser zum Arbeitsschwerpunkt und der strategischen Ausrichtung, so Emag in einer Mitteilung. Die Spezialisten sehen „herausragende Marktchancen“ für ihre Laser-Produktionslösungen, die etwa bei der Produktion von Antriebsstränge in Autos zum Einsatz kommen. Diese Stränge werden nämlich komplexer: Bei etablierten Systemen wie Wandlerautomatik und Doppelkupplungsgetriebe nimmt die Zahl der Gangstufen zu. Parallel dazu kommen Hybridantriebe und Assistenzsysteme auf. Alles zusammen sorgt zunächst einmal für zusätzliche Komponenten und somit Mehrgewicht, das nach Möglichkeit wieder eingespart werden muss. Das Schweißen per Laser nimmt dabei eine wichtige Rolle ein. Zunächst spart es Gewicht ein, da unnötig schwere Schraubverbindungen entfallen. Zudem, so Emag, sei das Laser-Schweißen ob seiner Präzision anderen Verbindungstechnologien überlegen. „Im Kern erklärt dies den Erfolg unserer Technologie“, sagt Dr. Andreas Mootz, Geschäftsführer bei Emag LaserTec. „Unser Verfahren eröffnet große Möglichkeiten für den Leichtbau und sorgt für sinkende Bauteilkosten.“

160 Systeme ausgeliefert

Allerdings müsse das Verfahren immer in ganzheitliche Lösungen eingebunden werden. „Deshalb verantworten wir die gesamte Anlagentechnik – vom Zerspanen über das eigentliche LaserSchweißen bis hin zum thermischen Fügen und hochgenauen Ultraschall-Prüfprozessen. Dieses Know-how stellt ein echtes Alleinstellungsmerkmal im Markt dar“, so Mootz. Mehr als 160 dieser Laserschweiß-Systeme haben die Spezialisten bereits in Heubach entwickelt und ausgeliefert. Vor allem individuell auf den jeweiligen Kunden ausgerichtete (engl.: costumized) Anlagen sind gefragt und der weitaus größte Umsatztreiber des Unternehmens. Deshalb benennt der Konzern aus Salach seine Tochterfirma um.

Unser Verfahren eröffnet große Möglichkeiten.

Dr. Andreas Mootz
Emag LaserTec

Doch nicht nur wegen der bereits jetzt gestiegenen Nachfrage folgt dieser Schritt. „Dazu kommt, dass die technologische Entwicklung gewissermaßen auf die Lasertechnologie zuläuft“, erklärt Emag-Sprecher Markus Isgro. So nehme mit der Marktausbreitung von Hybridantrieben beispielsweise die Zahl von Kupplungen zu, deren Komponenten per Laserschweißen zusammengefügt werden. Und: Mit der Laser-Technologie von Emag kann nicht nur geschweißt, sondern auch gereinigt werden. Entsprechende Anlagen und Verfahren hat man in Heubach bereits entwickelt: Bei dem Verfahren kommen Hochleistungslaser zum Einsatz. Mit diesen lassen sich Rückstände wie Kühlschmierstoffe oder Konservierungsmittel effektiv vor dem Schweißen entfernen. „Das Verfahren ist schneller als konventionelle Waschprozesse und lässt sich einfacher in den Prozess einbinden“, so Isgro.

Mit dieser Ausrichtung soll der Emag-Standort in Heubach weiter wachsen. Aktuell beschäftigt der Konzern hier rund 280 Mitarbeiter. Zudem nimmt das Unternehmen mit der Technologie auch Branchen abseits der klassischen Pkw-Produktion ins Visier. So konstruieren die Heubacher Spezialisten aktuell die erste ELC-Maschine für das Differentialgetriebe eines Lkw mit Werkstückgewichten von mehr als 100 Kilogramm.

Ähnlich interessant sind Laserschweiß-Systeme, die bei der Produktion von Rotorwellen oder Differentialen in E-Motoren zum Einsatz kommen. Gleich, in welcher Fabrik die Systeme zum Einsatz kommen, für Mootz steht fest: „Am Ende stehen außergewöhnlich stabile und wirtschaftliche Prozesse rund um das LaserSchweißen und Fügen. Diese Stärken werden wir unter neuem Namen mehr denn je in den Markt hineintragen.“

© Wirtschaft Regional 21.02.2019 18:20
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