Mapal eröffnet zweiten Standort in Mexiko

Expansion Mehr als zwei Millionen Euro hat der Präzisionswerkzeughersteller investiert. Die Wahl des Standorts ist kein Zufall: Mexiko boomt – trotz Trump.
  • Mapal-Chef Dr. Jochen Kress (li.) übergibt eine Gedenktafel zur Werkseröffnung im mexikanischen Querétaro an Lazaro Garza Sr. Chef von Mapal Frhenosa Mexiko (re.). In der Bildmitte: Francisco Dominguez Servién , Gouverneur von Querétaro. Foto: Cronosfilms/Mapal

Aalen/Queretaro

Bereits vor einigen Monaten hatte der Aalener Präzisionswerkzeughersteller Mapal angekündigt, sein Geschäft in Mexiko deutlich auszubauen. Nun meldet das Familienunternehmen Vollzug. Im mexikanischen Santiago de Querétaro hat Mapal über das Gemeinschaftsunternehmen (Joint-Venture) Mapal Frhenosa eine zweite Niederlassung eröffnet. Dort sollen nach und nach 100 neue Arbeitsplätze entstehen. Man sei mit dem neuen Standort nun auch im Zentrum des Landes vertreten, so Mapal. Die neue Niederlassung ist aber auch eine Reaktion auf die gute Entwicklung des nordamerikanischen Markts.

Die Aalener haben laut eigenen Angaben in Mexiko eine führende Marktstellung im Bereich der Präzisionswerkzeuge inne und beschäftigen rund 120 Mitarbeiter. Der Hauptsitz des Unternehmens befindet sich in Monterrey, im Norden des Landes. Mit dem neuen Werk in Querétaro stünden nun deutlich größere Fertigungskapazitäten für die Wiederaufbereitung von Werkzeugen zur Verfügung.

Zudem werden sukzessive 100 neue Arbeitsplätze geschaffen. „Mit dem zweiten Standort sind wir in der Lage, unsere Reaktionszeiten deutlich zu steigern und den wachsenden Anforderungen unserer Kunden zu entsprechen“, sagte Dr. Jochen Kress, geschäftsführender Gesellschafter der Mapal-Gruppe bei der Eröffnung der neuen Fabrik Ende Januar.

Wir wollen weiter wachsen.

Lazaro Garzo
Chef von Mapal Mexiko

Querétaro hat sich in den vergangenen Jahren zu einem bedeutenden Industriezentrum für die internationale Automobil- und Luftfahrtindustrie entwickelt. Die Stadt mit mehr als zwei Millionen Einwohnern ist rund drei Stunden von Mexiko-City entfernt. Querétaro gilt als eine der sichersten Städte in dem lateinamerikanischen Land und hat wie die gesamte Region zunächst vom Luftfahrts-, später vom Auto-Boom massiv profitiert. So haben sich hier zahlreiche Autozulieferer angesiedelt, die wiederum die größeren OEMs in der Bajio-Region nördlich der Hauptstadt beliefern.

Neben individuellen Prozesslösungen für die Bearbeitung von Werkstoffen aller Art bietet Mapal Frhenosa sowohl in Monterrey als auch in Querétaro eine schnelle Wiederaufbereitung von PKD-Werkzeugen sowie den Nachschliff von Vollhartmetallwerkzeugen an. Die Maschinenausstattung und die Fertigungsprozesse sind in beiden Werken identisch und stünden in Einklang mit den hohen internationalen Standards der Gruppe, so Mapal. „Die neu geschaffenen Kapazitäten sind für uns eine Investition in die Zukunft. Wir wollen weiter wachsen“, erklärt Lazaro Garzo, Chef der mexikanischen Mapal-Tochter.

Trotz der permanenten Attacken von US-Präsident Donald Trump gilt Mexiko für die Mapal-Gruppe als strategisch wichtiger Standort mit großem Entwicklungspotenzial. Das Land hat mit mehr als 60 Ländern Freihandels- und Kooperationsabkommen abgeschlossen. Nicht nur deshalb flossen und 2,3 Millionen Euro flossen in den Bau der neuen Niederlassung.

© Wirtschaft Regional 08.02.2019 10:57
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