Kommentar Helmut Schneider zur Lage der Landesbanken

Die Not wird es richten

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Man muss nicht mit dem Finger auf Italien zeigen, das gerade eine seiner maroden Banken mit Steuergeld vor dem Kollaps gerettet hat. Das sollte nach der Finanzkrise eigentlich nicht mehr geschehen. Aber jetzt hat auch Deutschland seinen kleinen Sündenfall: Die NordLB wird mit Milliarden vom Land Niedersachsen und den Sparkassen der Republik aufgefangen.

Wo die Not groß und in ihren Folgen konkret wird, werden abstrakte Prinzipien eben klein. Doch einen Vorteil hat die Schieflage der norddeutschen Landesbank. Sie ermutigt den deutschen Sparkassenpräsidenten Helmut Schleweis dazu, eine ebenso sinnvolle wie umstrittene Forderung zu wiederholen: Eine Landesbank genügt!

Recht hat der Mann. Die von Kommunen und Sparkassen getragenen Landesbanken waren mal in jedem Bundesland so etwas wie die Hausbank der jeweiligen Regierung – etwas, das man haben wollte, ohne dass der Sinn dafür immer klar war.

Inzwischen ist er ganz abhanden gekommen. Ein Land braucht keine eigene Bank. Nur die regional agierenden Sparkassen brauchen ein großes Institut für die übergeordnete Verwaltung und die Geschäfte ihrer großen Kunden. Eines wohlgemerkt, nicht fünf davon.

Die Landes- und Kommunalpolitik wird sich dagegen sträuben. Aber die Not wird es auf lange Sicht richten.
© Südwest Presse 06.02.2019 07:45
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