Sparkassen

„Eine Landesbank reicht“

Helmut Schleweis, Präsident des Bundesverbandes, bringt neue Brisanz in eine alte Diskussion.
  • Helmut Schleweis, Präsident des Sparkassenverbandes. Foto: Boris Roessler/dpa
„2019 wäre mir schon recht“, sagt Helmut Schleweis und weiß natürlich, dass dies illusorisch ist. Aus den noch fünf verbliebenen Landesbanken sollte nur noch eine werden, sagt der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giro-Verbandes (DSGV) vor Wirtschaftsjournalisten. „Für Deutschland wäre eine zentrale Landesbank ausreichend“. Es geht ihm um einen Dienstleister für die Sparkassen, etwa für das Auslandsgeschäft oder in der Vermögensverwaltung. „Wir müssen uns auf den Weg dahin machen.“

Man habe es schon geschafft, aus ehemals zwölf heute fünf Landesbanken zu formen. Institute mit regionalen Modellen machten nur Sinn, wenn sie regionale Vorteile hätten. „Das gilt für Sparkassen, aber nicht für Landesbanken“, sagte Schleweis. Es geht ihm um mehr Effizienz und den Abbau von Doppelstrukturen.

Der DSGV-Präsident weiß um viele Widerstände, glaubt aber, dass nicht nur die großen Sparkassen hinter seiner Idee stehen. Wie will er die Politik und damit die jeweiligen Landesregierungen für seinen Vorschlag gewinnen? „Durch Überzeugungsarbeit.“

„Mein Job ist die Weiterentwicklung des gesamten Sparkassen-Sektors und dafür mache ich Vorschläge“. Am Ende müssten die Eigentümer der Landesbanken, also die Politik, die Entscheidungen treffen. Eine zentrale Landesbank sollte aber vor allem von den Sparkassen getragen werden.

Dass er sich doch mit einzelnen Landesbanken beschäftigen muss, zeigen die Entwicklung bei der HSH Nordbank im vergangenen Jahr und die jüngste Entwicklung bei der NordLB, die durch marode Schiffskredite in Schieflage geraten ist. Zusammen mit dem Land Niedersachsen (mit 60 Prozent Haupteigentümer) hat der DSGV ein Rettungspaket über 3,7 Mrd. EUR erarbeitet. 2,5 Mrd. EUR kommen vom Land Niedersachsen, die Sparkassen müssen 1,2 Mrd. EUR beisteuern.

Für die 53 Sparkassen in Baden-Württemberg wird die Summe auf 60 bis 80 Mio. EUR geschätzt. „Wir stehen füreinander ein, wenn Not da ist.“ Rolf Obertreis

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© Südwest Presse 06.02.2019 07:45
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