Kistler schafft 30 neue Jobs

Bilanz Die Messtechnik-Gruppe durchbricht passend zum Firmenjubiläum eine wichtige Umsatzmarke – und lädt die Mitarbeiter zur Kreuzfahrt ein.
  • Kistler beschäftigt an dem Standort in Lorch mehr als 200 Mitarbeiter. Foto: Kistler

Lorch/Winterthur

Vor fast 60 Jahren wurde die Kistler-Gruppe gegründet. Passend zum runden Geburtstag in diesem Jahr ist das Schweizer Unternehmen mit wichtigem Standort in Lorch weiter auf Wachstumskurs. Allein in seiner Remstäler Fabrik hat das Unternehmen im vergangenen Jahr 25 neue Arbeitsplätze geschaffen, 2019 soll der Standort erweitert und 30 neue Jobs geschaffen werden, so eine Kistler-Sprecherin auf Anfrage dieser Zeitung.

Wie die Firma weiter mitteilt, ist der Umsatz 2018 auf 415 Millionen Euro angewachsen, ein Plus von 13 Prozent. Für 2019 geht Vorstandschef Ralf Sonderegger von einer langsameren Expansion aus: „Auch wenn sich die Konjunktur im neuen Jahr voraussichtlich etwas abschwächen wird, werden wir 2019 einen Umsatz von 500 Millionen Schweizer Franken (rund 437 Millionen Euro) überschreiten.“ Damit würde sich das Plus zwar auf rund fünf Prozent reduzieren – ein Grund ist die perspektivisch verhaltenere Nachfrage nach Kistler-Systemen aus dem Automotive-Sektor – dennoch wolle man sich nun bei den Mitarbeitern bedanken.

Die gute Entwicklung und das kommende Jubiläum seien „Meilensteine, die es zu feiern gilt“, erklärt Sonderegger. „Was vor 60 Jahren mit dem Erfindungsgeist zweier Visionäre begann, ist heute ein globales und dynamisches Unternehmen mit besten Zukunftsaussichten.“ Deshalb will Sonderegger mit seinen 2200 Mitarbeiter verreisen. Sie alle seien, so der CEO, eingeladen, an einer fünftägigen Kreuzfahrt von Savona nach Barcelona und Rom teilzunehmen. „Ich freue mich auf diese einmalige Gelegenheit zur Zusammenführung des ganzen Unternehmens – wir erwarten Kollegen aus über 60 Standorten weltweit – und möchte mich auf diese Weise für die erfolgreiche Zusammenarbeit der letzten Jahre bedanken. Denn es sind die Menschen, die den Erfolg von Kistler möglich machen“, betont Sonderegger. Kistler werde mehr und mehr zum globalen Unternehmen, da komme es besonders auf Gemeinschaftsgeist und Zusammenhalt an.

Es sind die Menschen, die den Erfolg von Kistler ausmachen.

Ralf Sonderegger
Vorstandschef von Kistler

„Mit der Arbeit an einer neuen Unternehmenskultur beginnen wir bereits heute. Wenn wir uns 2020 alle gemeinsam auf dem Schiff treffen, das zugleich als Symbol für das erfolgreiche Unternehmen Kistler steht, wird die Welt wieder ein Stück digitaler geworden sein. Diese Chance gilt es tagtäglich zu nutzen, ohne dabei die Bodenhaftung zu verlieren.“

Doch zurück zum Wachstum der Gruppe, die aktuell mehr als 200 Mitarbeiter in Lorch beschäftigt. Da Kistler eigenen Angaben zufolge Weltmarktführer für Messtechnik zur Erfassung von Druck, Kraft, Drehmoment und Beschleunigung ist, arbeitet das Unternehmen aktuell an der digitalen Transformation der Industrie. Dabei liefern die Schweizer Sensorik, Systeme zur Prozessüberwachung und -optimierung, eigene Software – und seit 2018 komplette Fertigungslinien. Auch im Automobilbereich kommen die Messtechniksysteme in Bereichen wie Fahrdynamik und Fahrzeugsicherheit zum Einsatz. Hier erhofft sich Kistler vor allem von Megatrends wie Elektromobilität und autonomem Fahren weitere Impulse.

Ebenfalls wichtig ist die internationale Expansion. Anlässlich des chinesischen Neujahrs am 5. Februar, hat die Gruppe ein neues Büro in Shanghai eröffnet. Das neue Gebäude bietet auf rund 4200 Quadratmetern Arbeitsplätze für mehr als 100 Mitarbeiter. Kistler ist bereits seit mehr 20 Jahren auf dem chinesischen Markt vertreten und hat im Herbst den chinesischen Maschinenbauer LIK erworben.

© Wirtschaft Regional 05.02.2019 14:23
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