Spielewelten von der Ostalb

Spielwarenmesse In Nürnberg präsentierten auch Firmen aus dem Ostalbkreis ihre neusten Produkte und Konzepte. Der Stand eines Unternehmens fehlte jedoch in diesem Jahr.
  • Michael Warneke (links) und Patrick Knödler von Betzold präsentieren die Snap-X-Würfel. Fotos: rs
  • Holger Mayr, Angela Kusch, Carla Schwarz (v. li.) von Naseweiss.

Nürnberg

Da waren es nur noch drei: Da der insolvente Spielzeughersteller Bullyland bei der diesjährigen Spielwarenmesse nicht mit einem eigenen Stand vertreten war, präsentierten in Nürnberg aus dem Ostalbkreis Schleich, Betzold und Naseweiss, eine Unternehmung der Samariter-Stiftung, ihre Produkte. Wir haben die Firmen während der Branchenmesse, die am Wochenende zu Ende ging, besucht.

Naseweiss. Seit vielen Jahren verkauft die Samariterstiftung aus Neresheim unter der Marke Naseweiss Spielzeug, das von Menschen mit Behinderungen hergestellt wird. Und in jedem Jahr präsentiert Naseweiss bei der Messe ein neues Spielzeug. In diesem Jahr hat Werkstattleiter Holger Mayr ein Insektenhotel dabei. „Damit liegen wir im Trend“, sagt Mayr. Nicht nur im Nürnberg, wo wie im gesamten Bayern ein Bürgerbegehren für mehr Artenvielfalt kämpft. „Mit dem Insektenhotel unterstreichen wir auch unser Motto ‚Spielen - forschen - entdecken’“, erklärt Mayr. In Nürnberg knüpfen er und seine Mitstreiter am Stand in Halle 3A Kontakte zu neuen Kunden und begrüßen Firmen, die schon seit Jahren mit der Stiftung zusammenarbeiten. „Auch in diesem Jahr hat sich unsere Teilnahme gelohnt. Die Qualität der Kontakte ist sehr gut und wir bekommen internationalen Besuch.“

Schleich. International ist der größte Spielwarenhersteller im Kreis, Schleich, bereits seit Jahren aufgestellt. Das hört man: Am Stand wird nicht nur englisch, sondern auch italienisch oder französisch gesprochen. Hin und wieder mischt sich eine interessierte Mutter (oder ein Vater) unter die Besucher - und fotografiert die Neuheiten aus dem Sortiment schnell und eifrig mit dem Smartphone.

Schleich-Chef Dirk Engehausen hastet derweil von Termin zu Termin: Mal trifft er sich mit Großkunden, mal begrüßt er Lizenznehmer von Schleich, um sie über die neuen Ideen aufzuklären. Während viele Spielwarenhersteller um die Lizenzen globaler Marken, wie Disney oder der Comickonzerne DC und Marvel, buhlen, um bekannte Figuren aus Film und Fernsehen ins Sortiment zu holen, sind Schleich und seine verschiedenen Spielzeuglinien inzwischen selbst gefragt. Puzzles, Bücher, Zeitschriften oder Schulranzen gibt es mit den entsprechenden Motiven zu kaufen. Seit etwa zwei Jahren hat das Lizenzgeschäft bei Schleich richtig Fahrt aufgenommen. „Allerdings haben wir klare Anforderungen an unsere Lizenznehmer“, erklärt Engehausen. Zum einen stehe die Qualität der Produkte im Vordergrund, zum anderen seien die Partnerschaften langfristig angelegt – wie die Kooperation mit der Film-Produktionsfirma Ulysses. Die war vor vier Jahren auf Schleich zugekommen. Im Oktober sind die Früchte der Kooperation zu sehen. Dann startet „Bayala - The Movie“ in 450 deutschen Kinos. Der Film basiert auf einer der Spielewelten der Herliköfer – und wird im Weihnachtsgeschäft Impulse setzen. Engehausen: „Schleich soll 2019 weiter zulegen. Wir haben viele Ideen, um auf Wachstumskurs zu bleiben.“

Wir bleiben auf Wachstumskurs.

Dirk Engehausen
Schleich-Chef

Betzold/Vinco. Beschaulicher, aber ebenso international geht es einige Hallen weiter bei der Betzold-Gruppe zu. Die Ellwanger vermarkten unter der Tochtermarke Vinco Educational Lern- und Konstruktionsspielzeug. Zwar soll die Zweitmarke mittelfristig in den Betzold-Auftritt integriert werden und verschwinden, auf dem neu entwickelten Messestand ist sie noch präsent.

Neu hat Michael Warneke zwei Produkte dabei. Für die Tecnaro-Reihe stellt Betzold Produkte für Schule und Kindergarten aus flüssigem Holzwerkstoff her. „Damit tragen wir dem Megatrend Nachhaltigkeit Rechnung“, erklärt Warneke. Hergestellt werden die Spielzeuge in Ellwangen – wie auch das neuste Produkt, das Konstruktionsspielzeug Snap-X. Mit den Würfeln können Kinder schnell imposante Kreationen schaffen. Bislang beliefert Betzold mit den Vinco-Produkten vor allem Schulen und Kindergärten. Mit den Würfeln soll der klassische Einzelhandel angesprochen werden.

Bullyland. Der einstmals vierte im Bunde der Ostalkreis-Firmen, die Spraitbacher Bullyland-Gruppe, steckt derweil weiter in der Insolvenz. Ein Verkauf gelang Insolvenverwalter Michael Pluta gelang bisher nicht. Der Vollzug blieb aus. Neues gebe es nicht zu berichten, so ein Pluta-Sprecher. Dass Bullyland nicht mit einem Stand in Nürnberg nicht vertreten war, werten Branchenkenner als schlechtes Zeichen. Allerdings waren die Bullyland-Verantwortlichen am Stand des Lima-Verbands in Nürnberg vor Ort, wie der Sprecher weiter ausführte.

© Wirtschaft Regional 04.02.2019 13:59
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