Zentralasiaten zu Besuch

Delegation Vertreter der Transport- und Lagerbranche aus Usbekistan und Turkmenistan haben sich das Logistikzentrum von Kentner in Giengen angesehen.
  • Kentner-Geschäftsführer Rolf Eisele (Mitte) hat die usbekischen und turkmenischen Gäste durch das Lager geführt. Foto: Bernhard Hampp

Giengen

Sehr interessant findet Nodiza Mukhidova, was sich in den Lagerhallen mit Kleinteil-Paternoster, Pallettenregalen, Kranbahn und vielem mehr im Kentner-Logistikpark in Giengen tut. „Bei uns in Usbekistan entstehen derzeit viele Logistikzentren, aber es fehlt noch an gut ausgebildetem Personal für die Organisation“, betont Mukhidova, die die 40 000 Quadratmeter große Fläche als Vertreterin einer usbekischen Logistik-Vereinigung besuchte. Sie war Teil einer rund 30-köpfigen Logistiker-Gruppe aus Usbekistan und Turkmenistan, die die Ende 2008 eröffneten Einrichtungen an der A7 besichtigt hat.

„So eine große internationale Delegation hat uns noch nie besucht“, erklärte Rolf Eisele, Geschäftsführer bei Kentner. Dabei hat das Unternehmen mit 225 Mitarbeitern im Stammpersonal seit Langem gute Beziehungen in die GUS-Staaten.

Eisele erinnerte daran, dass er bereits vor 35 Jahren den Transport von 2000 Tonnen Milchpulver nach Moskau in 90 Lastern organisiert hatte, als in Russland Milch für Kleinkinder knapp war. Auch ein Joint Venture unter Beteiligung von Kentner und Zeiss/Jenoptik mit einem Büro nahe dem Roten Platz in Moskau habe es bereits gegeben.

Seit 2012 gehört Kentner zur Ulmer Noerpel-Gruppe, die weltweit 442 Millionen Umsatz macht und 2200 Mitarbeiter beschäftigt. Das Logistikcenter in Giengen ist das größte in der Gruppe. Kentner selbst schreibt einen Jahresumsatz von 30 Millionen Euro. Hier ist das Transportgeschäft mit einer eigenen Spedition in Heidenheim und 120 eigenen Fahrzeugen für den Fern- und Nahverkehr vom Logistikgeschäft getrennt.

Das Logistikcenter, das die Besucher aus Zentralasien bestaunten, ist mit seinen vier Hallenschiffen, mit insgesamt 480 Metern das längste Gebäude im Landkreis Heidenheim.

So eine große internationale Delegation hat uns noch nie besucht.

Rolf Eisele
Geschäftsführer

Vom Gartenschlauch bis zum Lokomotiventeil

Hier lagert, verpackt und verwaltet Kentner alles, was im Auftrag der Kunden durch die Welt transportiert wird: Maschinenkomponenten und Rasenmäher, Auto-Auspuffe und Babywindeln, Gartenschläuche und Lokomotiventeile. Eisele stellte auch eine Besonderheit von Kentner vor: Das Unternehmen nutzt die Transsibirische Eisenbahn für den Transport von Stückgut oder Vollcontainern zwischen Hamburg und China. Diese Transporte durch Russland dauerten in östliche Richtung bis zu 22 Tage und in westliche Richtung 12 bis 17 Tage. Sie seien günstiger als Luftfracht und wesentlich schneller als Seefracht.

Die Planungen für eine Südroute entlang der sogenannten neuen Seidenstraße begleite Kentner mit Interesse: „Für uns geht es vor allem auch darum, einen ökologischen Beitrag zu leisten“, so Eisele.

Beim Zusammentreffen, an dem auch Katja Bierbaum von der Abteilung International der IHK Ostwürttemberg teilnahm, wurde der Wunsch der usbekischen und turkmenischen Logistiker laut, mit Kentner zusammenzuarbeiten. „Wir haben Interesse an Kooperationen, wenn es für beide Seiten Sinn hat“, ermutigte Eisele die Besucher.

© Wirtschaft Regional 31.01.2019 20:20
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