Dieselkrise belastet Umsatz

Bilanz Der Autozulieferer SHW AG kürzt die Dividende drastisch – und baut die Zusammenarbeit mit der österreichischen Pankl AG aus.
  • Bei der SHW AG in Aalen werden unter anderem Zahnräder für Nockenwellen hergestellt. Foto: Peter Hageneder

Aalen

Bereits im Juli war absehbar, dass die SHW AG ihre ambitionierten Jahresziele nicht erreichen wird. Der Autozulieferer gab eine entsprechende Warnung mit korrigierten Kennzahlen heraus. Diese hat das Unternehmen nun erreicht. Im vergangenen Jahr stieg der Umsatz um 5,1 Prozent auf 420,9 Millionen Euro „Wir haben im Geschäftsjahr 2018 unsere Anfang Juli angepassten Ziele bezüglich Konzernumsatz und Ebitda-Marge vor Einmaleffekten erreicht“, sagt Wolfgang Plasser, Vorstandsvorsitzender der AG.

Das verhaltenere Umsatzwachstum resultiert zum einen aus der schwächeren Inlandsnachfrage nach Pumpen und Motorkomponenten. Dieser größte Geschäftsbereich der SHW erwirtschaftete 2018 rund 227 Millionen Euro Umsatz – ein Minus von zehn Millionen Euro. „Zunehmenden Umsatzbeiträgen der Auslandsgesellschaften standen rückläufige Umsatzerlöse im Inland gegenüber“, schreibt das Unternehmen. Hier wirkt sich vor allem die Dieselkrise aus.

Nicht nur im Inland hat sich die Nachfrage abgeschwächt. In China bleibt die SHW-AG-Tochterfirma „deutlich hinter den Erwartungen zurück“, so die Aalener. Das liegt an der geringeren Nachfrage seitens der Kunden. Die SHW-Töchter in Kanada und Brasilien hätten sich hingegen plangemäß entwickelt, die neue Produktion in Rumänien sei erfolgreich angelaufen.

In Folge ist der Gewinn 2018 gesunken. Das Konzernergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte sank um 10 Millionen auf 31 Millionen Euro. Die AG macht dafür Einmaleffekte verantwortlich, die das Ergebnis um acht Millionen Euro belastet hätten. Ebenso hat die AG, deren Mehrheit dem österreichischen Industriellen Stefan Pierer gehört, 2018 kräftig investiert. Alleine in die Forschung und Entwicklung flossen 2018 rund 4,8 Millionen Euro (Vorjahr: 1,4 Millionen).

Um künftig effizienter aufgestellt zu sein, wollen die Aalener enger mit der Pankl Racing Systems AG (ebenfalls ein Pierer-Unternehmen) zusammenarbeiten. „Zur Weiterentwicklung des Unternehmens sowie zur Hebung von Synergiepotenzialen haben wir bereits im Juni 2018 eine enge Zusammenarbeit in die Wege geleitet“, erklärt Plasser. Dies betreffe insbesondere die Bereiche Einkauf, Vertrieb, Produktion, Entwicklung sowie Finanzierung. Plasser: „Ich bin zuversichtlich, dass wir bereits in diesem Jahr erste positive Ergebnisse sehen werden.“

Überdies wird die Dividende gekürzt – und war von 50 auf 4 Cent. Der Grund: Plasser will die „Innenfinanzierungskraft“ stärken. Zudem trage die gekürzte Dividende den Rekordinvestitionen 2018 und dem weiteren Wachstumskurs Rechnung. Denn 2019 rechne man trotz aller Widrigkeiten mit einem Umsatz zwischen 440 und 480 Millionen Euro. Die Ebitda-Marge soll zwischen 8,5 und 10 Prozent liegen.

© Wirtschaft Regional 30.01.2019 11:02
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