Schleich setzt sich große Ziele

Spielwarenbranche Rechtzeitig zum Beginn der Spielwarenmesse in Nürnberg – und den Gerüchten um einen Verkauf – präsentiert der Spielzeughersteller Schleich Rekordzahlen.
  • Vor allem in Europa und Deutschland sind die Spielfiguren und -welten von Schleich gefragt wie noch nie. Foto: Schleich
  • Schleich-CEO Dirk Engehausen. Foto: opo

Schwäbisch Gmünd

Am Mittwoch geht sie los, die größte Spielwarenmesse der Welt in Nürnberg. Traditionell nutzt der Schwäbisch Gmünder Spielzeughersteller Schleich den Auftakt, um Bilanz des vergangenen Jahres zu ziehen. Und wie in den letzten Jahren fällt diese prächtig aus. Wie das Unternehmen mitteilt, ist der Umsatz im Jahr 2018 auf rund 183 Millionen Euro gestiegen – ein Plus von 17 Prozent. Damit setzt Schleich den Wachstumskurs der vergangenen Jahre fort. 2017 hatte der Umsatz bei rund 156 Millionen Euro gelegen. Zum Gewinn macht Schleich traditionell keine Angaben. Das Unternehmen gilt allerdings gemeinhin als renditestark.

Vor allem im deutschen Heimatmarkt sind Schleich-Spielzeuge gefragt wie selten. Hier erhöhte sich der Umsatz sogar um 26 Prozent. Damit wachsen die Gmünder weiter deutlich über dem Marktdurchschnitt des deutschen Spielwarenhandels, der 2018 laut Branchendiensten um rund zwei Prozent zugelegt hat. Entsprechend stieg der Marktanteil von Schleich im deutschen Spielwarenmarkt von 2,9 auf 3,4 Prozent. Das hat zumindest eine Studie der NPD Eurotoys errechnet.

Wachstum in ganz Europa

Auch in Rest-Europa liefen die Geschäfte gut. Laut Schleich habe man überdies in den wichtigen Märkten Frankreich und Großbritannien im zweistelligen Bereich zugelegt. „Dieser außerordentliche Zuwachs ist auch in den für Schleich wesentlichen anderen europäischen Märkten erfolgt“, erläutert das Unternehmen in einer Mitteilung. Grundlage für das Plus seien die klassischen Schleich-Figuren sowie der Ausbau der Spielwelten gewesen. Vor allem Sets aus den Themenwelten Horse Club (Pferde) und Farm World (Bauernhof) trieben das Wachstum nicht nur in den europäischen Stamm-Märkten.

In diesem Jahr will die Schleich-Gruppe, die 350 ihrer weltweit 500 Mitarbeiter am Stammsitz in Herlikofen beschäftigt, weiter wachsen. „Für das laufende Jahr haben wir uns erneut ambitionierte Ziele gesetzt. Wir sind zuversichtlich, 2019 noch mehr Konsumenten von unseren Figuren und Spielwelten begeistern zu können. Im Abverkauf sind für alle Märkte zweistellige Wachstumsraten geplant“, sagt Dirk Engehausen, CEO der Schleich-Gruppe. „Wir möchten unsere Position im Markt weiter stärken und zusätzliches, nachhaltiges Wachstum generieren.“ Der kontinuierliche Ausbau der Markenwelten um weitere Figuren und neue Spielsets sei im vergangenen Geschäftsjahr ein entscheidender Wachstumstreiber gewesen, erklärt der Schleich-Chef. „Es steht weiterhin die gezielte Weiterentwicklung der vielseitigen Themenwelten im Fokus“, so Engehausen.

Es sind zweistellige Wachstumsraten im Abverkauf geplant.

Dirk Engehausen
Schleich-Chef

Spielzeug kommt ins Kino

Während der Spielwarenmesse, die noch bis Sonntag in der Nürnberger Messe gastiert, will Schleich neue Produkte präsentieren. Dazu gehören auch Figuren der Feenwelt „Bayala“. Die wird zudem im Herbst in einem neuen Kinofilm auf die Leinwand gebracht. Gemeinsam mit Ulysses und dem Filmverleih Universum wurde „Bayala - The Movie“ entwickelt. Als Termin für den Kinostart nannte Schleich den 24. Oktober 2019. Zudem wird Schleich in Nürnberg neue Figuren aus den bekannten Themenwelten sowie digitale Inhalte vorstellen: Das neue Spielzeug soll so auch in den neuen Kanälen und Social-Media-Plattformen vertreten sein.

Ardian sucht Käufer

Der neue Umsatzrekord ist auch für den aktuellen Schleich-Eigentümer, den französischen Investor Ardian, eine gute Nachricht. Der sucht bekanntlich nach einem Käufer für Schleich. Laut internationalen Nachrichtendiensten erhoffen sich die Franzosen eine Summe von rund 400 Millionen Euro – vor vier Jahren hatten sie 220 Millionen Euro für 80 Prozent der Schleich-Anteile bezahlt.

© Wirtschaft Regional 29.01.2019 12:25
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