Gesundheit als vielseitiger Markt

Veranstaltung Marketingclub Ostwürttemberg besucht Paul Hartmann AG in Heidenheim und erfährt vieles über neue Konzepte der Wundversorgung und weitere Schwerpunkte.
  • Über die Produktpalette sowie über die Firmenstrategie der Paul Hartmann AG informierten sich die Mitglieder des Marketingclubs Ostwürttemberg im Kommunikationszentrum des Unternehmens. Foto: Marketing Club Ostwürttemberg

Heidenheim

Das Thema ist so alt wie die Menschheit und doch immer wieder neu: Wer sich, wie die Paul Hartmann AG in Heidenheim, mit der Gesundheit und all ihren Facetten beschäftigt, sieht sich ständig neuen Herausforderungen gegenüber. Seit 200 Jahren liegt dem Unternehmen die Gesunderhaltung der Bevölkerung am Herzen. Dass sie dabei stets neue Trends und Entwicklungen beachtet oder sich selbst als Trendsetter in vielen Bereichen erweist, davon konnten sich die Mitglieder des Marketingclubs Ostwürttemberg bei einem Vortragsabend im Kommunikationszentrum der Firma überzeugen.

Spezialisten aus verschiedenen Fachgebieten der Firma schilderten unter dem Titel „200 Jahre und neue Strategien“ eindrucksvoll, mit welchen Konzepten und Entwicklungen Hartmann auf die gesundheitlichen Probleme der Bevölkerung reagiert – in Kliniken und im medizinischen Alltag.

Philipp Hellmich, Senior Global Manager PR, gab zunächst einen Überblick. Rund 11 000 Mitarbeiter weltweit erwirtschafteten bei Hartmann im Jahr 2017 einen Umsatz von 2,06 Milliarden Euro. Etwa ein Drittel des Umsatzes erzielte man mit dem Verkauf von Inkontinenzprodukten. Produkte für die Wundbehandlung sowie im Bereich Personal Healthcare gehören ebenfalls zum Portfolio wie ein breites Sortiment für die Infektionsverhütung, aus dem Hellmich als Beispiel kundenindividuelle OP-Sets vorstellte. Sie enthalten in kompakter Form sämtliche für eine Operation notwendigen Einzelteile in einem Paket. Die OP-Vorbereitungszeit lässt sich dadurch enorm verkürzen.

Highlight Zukunftsforum

Highlight im Jubiläumsjahr war das Hartmann Zukunftsforum 2018 im Juni, bei dem 400 Branchenexperten, darunter Zukunftsforscher Sven Gabor Janszky und TV-Moderator Eckart von Hirschhausen, neue Trends diskutierten. Dabei zeigte sich auch, dass die Gesundheitsversorgung in Deutschland vor massiven Herausforderungen steht. Themen wie der demografische Wandel, die Digitalisierung in nahezu allen Bereichen, die Globalisierung oder der Fachkräftemangel fordern das Land und das Unternehmen seit Jahren heraus und revolutionieren das Gesundheitssystem.

Natürlich macht man sich bei Hartmann längst auch Gedanken über die Engpässe im „schlecht bezahlten“ Pflegedienst. Hier müsse ein Umdenken stattfinden und die Pflegeberufe wesentlich besser bewertet und attraktiver werden. Bei der Lösung der sich daraus ergebenden Probleme gehört Hartmann weltweit ohne Zweifel zu den Meinungsführern. Die Themen des Zukunftsforums waren im Verlauf des Jahres daher auch immer wieder Inhalte der zahlreichen Kommunikationsmaßnahmen – intern und extern, in Print und online -, wie Hellmichs Kollege Dominik Plonner anhand der Kommunikationsplans erklärte. Zu den Lösungen gehören natürlich auch innovative Produkt- und Serviceangebote.

Problem: Keime in Kliniken

Bei der modernen Wundversorgung hat das Heidenheimer Unternehmen neue Konzepte entwickelt, wie Safinaz Ölkmez vom internationalen Marketing Wundbehandlung erläuterte. In enger Zusammenarbeit mit Spezialisten in Kliniken und niedergelassenen Ärzten wurden Verfahren wie die Hydro Therapy etabliert, die mit nur zwei Präparaten alle Phasen der Behandlung chronischer Wunden abdeckt und damit die Anwendung für Ärzte und Pflegekräfte vereinfacht. Ein einfaches Handling steht auch beim Thema Hygiene im Vordergrund, wie Sebastian Ritz aus dem Marketing von Hartmann Deutschland erklärte. Ein großes Problem ist derzeit die Verbreitung von Keimen in Krankenhäusern. Hier sieht Hartmann dringend Handlungsbedarf, denn jährlich gibt es in Deutschland mehr Infektionstote als Verkehrstote.

Die Desinfektionsmittel von Hartmann gehören in den meisten Kliniken zur Ausstattung, sollten dann aber auch benutzt werden. Ärzte seien dabei nachlässiger als das Pflegepersonal, war von den Fachleuten der Firma zu hören. Mit dem Evolutionskonzept und einer speziellen App zur Beobachtung des Desinfektionsverhaltens soll die Compliance beim medizinischen Fachpersonal gesteigert werden.

Abschließend gab Sinanudin Omerhodzic als Senior Vice President Information Technology den Besuchern ein Ausblick in die Digitalisierung bei Hartmann. Dabei zeigte sich, dass die Firma sehr wohl erkannt hat, welche Chancen und Risiken sich daraus für das Unternehmen ergeben. Bei diesem Weg in die Zukunft vorne dabei zu sein, ist ganz offensichtlich das Ziel der Paul Hartmann AG.

© Wirtschaft Regional 22.01.2019 18:45
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