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Autobauer sehen sich auf absteigendem Ast

Einbruch auf chinesischem Markt macht Zulieferern und Herstellern zunehmend zu schaffen.
  • Kuka muss Stellen abbauen. Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Der Einbruch auf dem chinesischen Automarkt bringt immer mehr Zulieferer in Bedrängnis. Nun zeigen sich die Probleme auch in den Bilanzen des Roboterbauers Kuka. Die von Chinesen mehrheitlich übernommenen Augsburger leiteten wegen zahlreicher Probleme ein Sofortprogramm ein, dem auch Jobs zum Opfer fallen dürften.

Die Autoproduktion in Westeuropa befindet sich nach Ansicht der Branche auf dem absteigenden Ast. Nach einer Umfrage des Beratungsunternehmens KPMG unter Automanagern gehen 67 Prozent der Befragten davon aus, dass der Anteil westeuropäischer Hersteller an der weltweiten Autoproduktion von heute rund 15 Prozent bis 2030 auf nur noch 5 Prozent abnehmen wird.

Die Unternehmensberatung befragte zwischen Oktober und November 2018 weltweit 1000 Führungskräfte der Autoindustrie. Diese fühlen sich zunehmend nur noch als „Vollstrecker regulatorischer Vorgaben“.

Dabei sind die Rahmenbedingungen je nach Region sehr unterschiedlich. So sind 83 Prozent der Experten in China und 81 Prozent in den USA der Ansicht, ihr Land verfolge eine klare politische Linie für die Autoindustrie. In Westeuropa ist nur die Hälfte der Befragten dieser Meinung.

Auch das Netz der Autohändler wird sich der Umfrage zufolge dramatisch ausdünnen. Rund die Hälfte der Befragten ist sich ziemlich sicher, dass die Zahl der Händler vor Ort um 30 bis 50 Prozent schrumpfen wird.

Kuka kann seine vor wenigen Monaten erst zusammengestutzten Geschäftsziele für das abgelaufene Jahr nicht halten. Der Umsatz 2018 dürfte nun von zuletzt 3,5 Mrd. auf 3,2 Mrd. EUR zurückgehen, vom Umsatz bleiben nun voraussichtlich nur noch 3 Prozent als operativer Gewinn bereinigt um bestimmte Faktoren.

Interimschef Peter Mohnen will mit Einsparungen gegensteuern, zu denen auch eine Reorganisation sowie ein Stellenabbau gehören. Das soll 300 Mio. EUR bis 2021 einbringen. Wie viele Arbeitsplätze betroffen sind, wollte der Manager noch nicht preisgeben. Mohnen machte „die verstärkt spürbare Abkühlung der Konjunktur in der Automobil- und Elektronikindustrie im vierten Quartal 2018“ für die Misere verantwortlich, daneben belasteten ein schwacher chinesischer Automatisierungsmarkt und das Projektgeschäft. Mohnen hatte Anfang Dezember vorübergehend den Chefposten übernommen.

Der Pkw-Absatz in China – dem wichtigsten Automarkt der Welt – war unter anderem wegen den Zollstreitigkeiten zwischen Washington und Peking im vergangenen Jahr zum ersten Mal seit mindestens 20 Jahren eingebrochen. dpa
© Südwest Presse 12.01.2019 07:46
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