Viele gehen krank zur Arbeit

Studie Kosten durch den sogenannten Präsentismus mindestens so hoch wie durch Fehlzeiten.

Aalen. Die Mehrheit der Beschäftigten in Deutschland geht krank zur Arbeit. Das geht aus einer Studie der Uni St. Gallen im Auftrag der Krankenkasse Barmer hervor. Nach den Ergebnissen der Studie gingen innerhalb eines Jahres rund 67 Prozent der Beschäftigten mindestens einmal krank in die Firma, davon gaben 65 Prozent an, dies aus Pflichtgefühl getan zu haben.

Die Hälfte der Befragten war der Meinung, damit die Kollegen zu entlasten, 28 Prozent hielten sich schlicht für unentbehrlich – außer ihnen könne kein anderer die eigene Arbeit machen. „Wer sich krank auf die Arbeit schleppt, tut weder sich noch dem Unternehmen einen Gefallen. Im Gegenteil. Das ist sowohl aus medizinischer als auch aus volkswirtschaftlicher Sicht ein riskantes Verhalten“, sagt Winfried Plötze, Landesgeschäftsführer der Barmer in Baden-Württemberg. Wer zu früh an seinen Arbeitsplatz zurückkehrt oder die Krankheit verschleppt, kann dauerhafte Schäden davontragen, die Krankheit kann auch chronisch werden. Die Arbeitnehmer fallen dann umso länger aus. Plötze: „Außerdem darf man die Ansteckungsgefahr nicht unterschätzen.“ Laut der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin sind die Kosten durch diesen sogenannten Präsentismus mindestens so hoch wie die Kosten aufgrund von krankheitsbedingten Fehlzeiten.

© Wirtschaft Regional 08.01.2019 19:02
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