Schrott-Recycling im Fokus

Entsorgungsunternehmen Die Bopfinger Firma Bühler möchte verstärkt Gewerbekunden der metallverarbeitenden Branche gewinnen.
  • Auf dem Betriebshof im Bopfinger Industriegebiet. Foto: Bühler Entsorgung GmbH

Bopfingen

Das grüne Ü – einem Recyclingcontainer nachempfunden– ist das Erkennungszeichen der Bühler Entsorgung GmbH. Der Bopfinger Betrieb ist auf Entsorgungskonzepte und Dienstleistungen für Industrie- und Gewerbekunden spezialisiert. Im Flochberger Industriegebiet hat die Firma innerhalb von vier Jahren vier große Hallen errichtet: Die neueste ist im abgelaufenen Jahr fertig geworden: Rund zwei Millionen Euro hat Bühler dafür investiert.

Die Firma mit 34 Mitarbeitern gehört zu 100 Prozent den beiden Gesellschaftern Christoph Bühler und Markus Brühl. Sie möchten das Unternehmen deutlich von reinen Containerdiensten und Entsorgungslogistikern abheben: Statt nur Müllcontainer im Werk abzuholen und weiter zu transportieren, plane man den gesamten Prozess. Wo und wie fallen verschiedene Arten von Abfall an? Wie können sie umweltgerecht transportiert und gelagert werden? Welche Gesetze und Verordnungen müssen befolgt werden? Wie können Zeit, Arbeit, Werksverkehr und Platz gespart werden?

„Bei uns findet Entsorgung 4.0 statt“, umreißt es Christoph Bühler: Das heißt, der Abfall wird bereits an dem Ort, wo er anfällt – etwa der Maschine – in passende Behälter gefüllt. „Dazu lassen wir uns die Betriebe zeigen und können ein Konzept erstellen“, fügt der Unternehmenschef hinzu.

Container sind vernetzt

Die Behälter würden dann ohne viel Aufwand in die bereitgestellten Presscontainer entleert. Diese wiederum verfügen über eine vollautomatische Meldeanlage. Diese gibt der Bühler-Zentrale in Bopfingen ständig Meldung über den aktuellen Füllstand. Die 15 Entsorgungslastwagen von Bühler können genau dann zum Abholen da sein, wenn der Container voll ist.

Wir gehen hier weit über die rechtlichen Vorgaben hinaus.

Markus Brühl
Gesellschafter

Besonderen Wert legen die Bopfinger auf das äußere Erscheinungsbild: Denn das Abfallmanagement soll nicht die Schmuddelecke auf dem Fabrikgelände sein, sondern mit modernen, hochwertigen und gepflegten Behältern auch optisch etwas hermachen. Rund 3000 Behälter der Bühler Entsorgung sind rund um die Uhr im Einsatz.

In jüngster Zeit widmen sich die Bopfinger verstärkt metallverarbeitenden Betrieben. Hier fallen Dreh- und Frässpäne und damit Emissionen aus Kühl- und Schmierstoffen an, die sicher gelagert und entsorgt werden müssen. „Als einziger Entsorger in der Region setzen wir hierzu neuwertige, dichtgeprüfte Behälter ein“, betonen die Geschäftsführer. Besonders der Bereich Schrott-Recycling sei bei Bühler neben anderen Geschäftsfeldern in den vergangenen Jahren stark gewachsen.

Die neue Halle wird deshalb zur Sortierung von Schrott eingesetzt: Speziell für Dreh- und Frässpäne, die in zahlreichen metallverarbeitenden Betrieben anfallen, wurden hier die Voraussetzungen geschaffen. Eine dichtverschweißte, doppelwandige Stahlhülle stellt sicher, dass keinerlei Flüssigkeiten austreten können.

Eine elektronische Überwachung sorgt rund um die Uhr dafür, dass hier jederzeit alles dicht bleibt: Das ist immens wichtig für die Kunden – schließlich haften sie für ihre Abfälle. „Wir gehen hier weit über die rechtlichen Vorgaben hinaus“, sagt Geschäftsführer Markus Brühl. Er geht davon aus, dass hier künftig noch schärfere Richtlinien gelten werden.

Das Unternehmen im Schatten des Ipf geht auf einen Abfallentsorgungsbetrieb zurück, den Friedrich Bühler 1976 auf seinem landwirtschaftlichen Anwesen in Trochtelfingen gründete. 1980 zog das Unternehmen nach Bopfingen um.

© Wirtschaft Regional 03.01.2019 13:24
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