SHW CT: „Mehr als ein Trauerspiel“

Insolvenz Ende März gehen in Wasseralfingen die Lichter aus. In Königsbronn kämpft das Werk ums Überleben.

Königsbronn. Die Pläne, die der neue Investor RMB im Frühjahr vorlegte, waren ambitioniert, entsprechend gut war die Stimmung im Werk der SHW CT in Königsbronn. Nur etwas mehr als ein halbes Jahr später steckt die Gießerei erneut in der Insolvenz – zum dritten Mal innerhalb von nur fünf Jahren.

Doch während das Werk in Wasseralfingen Ende März geschlossen wird, ist die Fabrik in Königsbronn noch nicht am Ende, wie Insolvenzverwalter Martin Mucha erklärt. Allerdings ist die Lage ernst, es fehlt an Geld, um die bestehenden Aufträge abzuarbeiten. Vorrangig gehe nun darum, den Geschäftsbetrieb zu stabilisieren und ins Laufen zu bringen. Das sei aufgrund der Feiertage nicht einfach. „Mitte Januar wird man deutlich sehen, wohin die Reise geht“, sagte Mucha der „Heidenheimer Zeitung“ (HZ). Betroffen von der Schieflage sind rund 160 Mitarbeiter. Deren Löhne sind bis Ende Februar durch das Insolvenzgeld gesichert.

Bei der IG Metall ist man ob der erneuten Schieflage des traditionsreichen Standorts ernüchtert: „Die Beschäftigten sind fertig. Es ist mehr als ein Trauerspiel“, sagt Ralf Willeck, Erster Bevollmächtiger der IG Metall, laut HZ. Das Konzept des Investors RMB sei finanziell zu eng gestrickt gewesen. Wenn der Betrieb nicht wieder in Gang zu kriegen sei, werde es schwierig.

© Wirtschaft Regional 21.12.2018 16:31
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