Ringler: Der US-Markt ruft

Reinigungsbranche Der Waldstetter Hersteller von Industriesaugern wächst seit Jahren. Nun will das Unternehmen seine Internationalisierung forcieren: in Übersee - und auch in Fernost.
  • Eine stationäre Absauganlage von Ringler. Fotos: Ringler
  • Günter Schwarzenbach, Geschäftsführer der Ringler GmbH.

Waldstetten

Das Wachstum bei Ringler lässt sich auch – aber nicht nur – an Zahlen festmachen. Seit 2013 hat sich der Umsatz des Waldstetter Traditionsunternehmens verdoppelt. Eine schöne Erfolgsgeschichte, die natürlich auch mit Geschäftsführer Günter Schwarzenbach zu tun hat, der das Unternehmen seit rund fünf Jahren führt.

Die Industriesauger und Absauggeräte waren noch vor einigen Jahren vor allem in der metallverarbeitenden Industrie im Einsatz. Doch Schwarzenbach hat das Unternehmen nicht nur internationaler aufgestellt, sondern auch neue Zielgruppen erschlossen. Inzwischen ordern auch Firmen aus der Chemie-, Pharma- und Lebensmittelindustrie die Geräte aus Waldstetten. „Durch unsere langjährige Erfahrung, das breite Know-how und die hohen Ansprüche unserer Kunden im Metallbereich sind wir bestens aufgestellt für die Erschließung neuer Branchen“, erklärt Schwarzenbach.

Ringler komme zudem entgegen, dass diese Branchen höchste Anforderungen an Sicherheit und Sauberkeit hätten. „Auch in der Automobilindustrie gibt es aktuell eine hohe Dynamik im Markt“, sagt der Geschäftsführer. „Die Elektromobilität ist das Top-Thema. Ich sehe für Ringler in diesem Bereich Riesenchancen.“ Aktuell machen sich die Waldstetter, die seit dem Jahr 2010 zum Kärcher-Konzern aus Winnenden gehören, auf, den US-Markt zu erschließen.

„Hierfür haben wir eine neue Produktlinie entwickelt, die auf die Bedürfnisse des Marktes zugeschnitten ist“, so Schwarzenbach. Hintergrund: Jahrelang dominierten in US-Fabriken vor allem niedrigpreisige Sauger. Doch auch in den Vereinigten Staaten steigen seit einiger Zeit zum einen die Ansprüche der Firmen, zum anderen werden die Auflagen für Arbeitssicherheit strikter. Das spielt Ringler in die Karten. Nach den USA soll dann der nächste Riesenmarkt für Industriesauger folgen. „Bis 2020 bauen wir eine Produktreihe für den japanischen Markt auf.“

Bis zum Jahr 2020 bauen wir eine Produktreihe für Japan auf.

Günter Schwarzenbach
Geschäftsführer Ringler

Zugute kommt dem Unternehmen bei der Erschließung neuer Regionen die Zugehörigkeit zum Kärcher-Konzern. Das Winnender Unternehmen ist derzeit in 68 Ländern mit eigenen Gesellschaften vertreten. „Diese Vertriebspower ist eine Riesenchance für Ringler“, erklärt Schwarzenbach. Gleichzeitig könne man so ein hohes Serviceniveau bieten.

Aktuell erwirtschaftet Ringler den Großteil des Umsatzes vor allem in Deutschland und dem angrenzenden Ausland. In den Benelux-Ländern sind die Waldstetter im dritten, in Frankreich sowie in Osteuropa im zweiten Jahr aktiv – mit Erfolg: „Wir haben in diesen neuen Märkten bereits ein gutes Wachstum erreicht“, sagt Schwarzenbach.

Von dieser positiven Entwicklung profitiert auch der Stammsitz in Waldstetten. Aktuell beschäftigt das Unternehmen hier 70 Mitarbeiter. Allerdings ist Schwarzenbach ob des Wachstums stetig auf der Suche nach neuem Personal. Zudem investiert das Unternehmen permanent in den Standort. Aktuell wird rund eine halbe Million Euro investiert. Zudem laufen bereits die ersten Planungen für eine Erweiterung der Fertigung, um die Kapazitäten weiter auszubauen.

„Wir haben eine enorm hohe Fertigungstiefe“, so Schwarzenbach. Rund die Hälfte des Umsatzes erwirtschaftet Ringler mit mobilen Industriesaugern, die andere mit Maschinen, die auf die Bedürfnisse der Kunden zugeschnitten sind. „Dafür benötigen wir eine große Projektierungs- und Entwicklungskompetenz“, sagt Schwarzenbach. Schon längst geht das Tätigkeitsgebiet der Firma über die Produktion von Geräten hinaus. „Wir sind als Dienstleister nicht nur für die Arbeitsplatzsicherheit und -sauberkeit verantwortlich, sondern sorgen auch für die Qualität und Optimierung der Prozesse.“

© Wirtschaft Regional 05.12.2018 20:10
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