Mapal: Umsatzziel erreicht

Geschäftsjahr 2018 Fabrik für Präzisionswerkzeuge schafft mit 5300 Mitarbeitern Erlöse von rund 650 Millionen Euro. Verhaltener Optimismus für 2019.
  • „Verhalten optimistisch ins Jahr 2019 (v.l.): Dr. Jochen Kress, Thilo Rentschler, Dr. Dieter Kress, Frank Khöber bei Mapal. Foto: -wh-

Aalen.

Mapal wird bis 2018 das gesteckte Umsatzziel von rund 650 Millionen Euro erreichen, allerdings „auf etwas anderen Wegen als geplant.“ Das sagte am Freitag bei der Jubilarfeier Dr. Jochen Kress. Der geschäftsführende Gesellschafter der Fabrik für Präzisionswerkzeuge, die weltweit 5300 Mitarbeiter, davon 1800 am Stammsitz Aalen, beschäftigt, ist für 2019 „verhalten optimistisch“ und rechnet mit einer „Seitwärtsbewegung“.

Dass unter den 110 Jubilaren 74 mit zehnjähriger Betriebszugehörigkeit sind, erwähnte Kress besonders: „2008 haben wir viele Mitarbeiter eingestellt, kurz danach kam auf einen Schlag die große Krise, „die wir auch dank der Loyalität und Leistungsfähigkeit unserer Beschäftigten überstanden haben“.

Ins Jahr 2018 sei Mapal mit Schwung gestartet, blickte Kress zurück: „Die Zuwächse waren dort groß, wo es um Verbrauchsmaterialien ging – Schneiden, Reibahlen, Kugelbahnfräser und in der Spanntechnik“. Das Projektgeschäft sei dagegen aufs Niveau von 2016 gesunken: „Aufgrund der großen Nachfrage in der laufenden Serie hatten wir Engpässe bei den Lieferzeiten.“ Seit einigen Wochen gehe der Auftragseingang besonders in China, aber auch in Deutschland zurück. Dies sei nicht nur einer abschwächenden Konjunktur geschuldet, sondern vor allem der Politik: „Das Dieselthema und die Abgasnorm nach WLTP hat dazu geführt, dass die Abrufe in der Automobilindustrie dramatisch zurückgingen. Auch die Innenpolitik in Italien oder in Großbritannien sowie die Außenpolitik der USA wirken sich negativ aus.“

Deshalb sei der Ausblick auf 2019 nicht einfach – Kress: „Einerseits ist die politische Situation mit dem Kampf zwischen den USA und China um die ökonomische Vormachtstellung angespannt, andererseits habe ich auf Messen in Deutschland, Japan und USA eine tolle optimistische Stimmung erlebt.“ Das Projektgeschäft werde auf einem normalen Niveau verharren, aber bei einem hohen Auftragsbestand würden viele Maschinen ausgeliefert, auch der Verbrauch werde 2019 weiter gut sein.

Mapal werde sich, kündigte Kress an, 2019 noch besser auf neue Branchen und Kunden einstellen: „Wir schaffen in Aalen Möglichkeiten, Sonderwerkzeuge für die Luftfahrt deutlich schneller als bisher herzustellen, wir werden den Formenbau ausbauen und die Firmen Radtke und Lothmann integrieren“.

Wir meistern die Herausforderungen 2019.

Dr. Jochen Kress, Mapal-Chef

Als weitere Herausforderungen für 2019 nannte Kress:
- Fortschritte in der E-Mobilität in Umsätze umsetzen.
- Werkzeuge in wiederzuentdeckende Branchen wie Hydraulik einführen.
- Innovationen wie Iso-Schneiden am Markt platzieren.
- Die Spanntechnik, die Türen zu neuen Branchen öffnet, forcieren. Dazu gehört auch das Thema c-Connect box - c-Com.
- Lieferservice optimieren durch Investitionen in die Bereiche Bohren und Vollhartmetall sowie in die terminliche Einsteuerung der Fertigung in Aalen.
- Prozessoptimierung in Richtung Geschwindigkeit und Effizienz. Die Kunden- wird über die Abteilungssicht gestellt und damit die Strategie von „Mapal Digital“ konsequent durchgesetzt.

Mapal werde die Herausforderungen meistern, sagte Kress: „Weil wir uns auf qualifizierte Mitarbeiter verlassen können“.

Wir-Gefühl bei Mapal

Davon ist auch Betriebsratsvorsitzender Frank Khöber überzeugt: „Die meisten Mitarbeiter sind acht Stunden oder mehr in der Firma, da bildet sich ein starkes Wir-Gefühl. Mapal ist für viele ein Lebenszentrum, ich freue mich, dass bei uns Menschen aus so vielen Nationen so produktiv und kollegial zusammenarbeiten“.

OB Thilo Rentschler dankte den Jubilaren für ihre qualifizierte Arbeit und für ihre Treue. Standortbekenntnisse von einem so grandiosen Familienunternehmen wie Mapal oder auch von Palm seien für die Stadt lebenswichtig – Rentschler: „Ich danke Mapal auch für die pünktliche Überweisung der Gewerbesteuer, die wir brauchen, um die infrastrukturellen Voraussetzungen für die Gewinnung von Fachkräften brauchen. Auch in Sachen Ausbildung (130 Azubis in Aalen) ist Mapal ein Vorzeigeunternehmen.“

© Wirtschaft Regional 23.11.2018 22:16
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