Investitionen für fünf Milliarden

Konzernchef Richard Lutz will mit viel Geld nicht nur die Pünktlichkeit der Züge verbessern.
  • Auch Gleise müssen erneuert werden. Foto: Lukas Schulze/DPA
Eine schöne, grüne Mobilitätswelt wollten Bahnchef Richard Lutz und Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer bei einer Sonderfahrt des ICE 4 beschwören. Bis 2030 will die DB ihren Strom zu 80 Prozent aus erneuerbaren Energien speisen, versprach Lutz: „Bahnfahren ist gelebter Klimaschutz.“ Doch so begeistert sich beide über die Ökobilanz zeigten, so sehr brodelt es im Hintergrund.

Am Donnerstag und Freitag kommt der Aufsichtsrat zusammen und berät über die Zukunft des Konzerns. Dabei wird es vor allem um eine von Lutz vorgelegte Agenda gehen, die die Probleme der Bahn lösen soll. Eines der größten ist die fehlende Pünktlichkeit der Züge. Das im Januar ausgegebene Ziel einer durchschnittlichen Pünktlichkeit von 82 Prozent wird der Konzern 2018 klar verfehlen. Deshalb forderte Scheuer: „Ich möchte sehen, dass es erhebliche Fortschritte im ersten Halbjahr 2019 gibt.“

Lutz verwies auf die Agenda, die Ideen wie die Umstellung auf das Steuerungssystem ETCS, den Deutschlandtakt und mehr Kapazitäten in Personal und Infrastruktur enthält. Diese Maßnahmen sollen für mehr Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit sorgen. Doch die Pläne sind teurer als bisher angenommen. Es braucht Investitionen von 5 Mrd. EUR.

Woher das Geld kommen soll, beantworteten Lutz und Scheuer nicht. Der Bahnchef sagte: „Wir möchten zuerst inhaltlich reden, was wir brauchen, um Kapazitäten zu schaffen. Erst dann wird über die Finanzierung gesprochen.“ Aber er deutete an, dass man die Investition selbst stemmen wolle. „Es liegt in unserer Finanzierungsverantwortung.“

Das Problem: Die Bahn ist mit 19,7 Mrd. EUR hochverschuldet. Die Grenze von 20 Mrd. EUR will die DB nicht überschreiten, zumal der Eigentümer eine Deckelung der Schulden von 20,4 Mrd. EUR verordnet hat. Eine weitere Möglichkeit sieht den Verkauf der Auslandstocher und der Logistiksparte Schenker vor. Doch auch die dritte Option, Geld vom Bund, ist noch nicht vom Tisch. Man wolle zunächst die Klausur Ende der Woche abwarten, sagte Scheuer: „Es ist genug Geld da.“ Dorothee Torebko
© Südwest Presse 21.11.2018 07:45
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