SHW AG baut Stammsitz aus

Autobranche Nicht nur dank zweier Großaufträge brummt das Wasseralfinger Werk der SHW AG. Deshalb investiert das Unternehmen 30 Millionen Euro in Erweiterung und Umbau der Fabrik.
  • Von links: Wolfgang Weiß, Jörg Herrmann, Martin Simon, Thilo Rentschler, Andrea Hatam, Karl Holzner, Markus Lepschy, Roland Koch, Andreas Sekler, Steffen Fuchs. Foto: Peter Hageneder

Aalen

Bereits in der kommenden Woche könnte es mit den Bauarbeiten losgehen: Der Automobilzulieferer SHW AG erweitert seinen Standort in Wasseralfingen um eine neue Logistikhalle. „Für uns ist die Vergrößerung ein wichtiger Schritt“, erklärte SHW-Vorstandsmitglied Martin Simon beim symbolischen Spatenstich am Mittwoch auf dem Werksgelände. Die Erweiterung verschafft dem Unternehmen zusätzlichen Raum in der Fabrik. Der ist dringend notwendig. „Wir müssen unsere Produktionskapazitäten erweitern“, erläutert Simon.

Rund 30 Millionen Euro wird die börsennotierte AG deshalb in den kommenden fünf Jahren in das Werk in Wasseralfingen investieren. Simon stellte zudem 25 weitere Arbeitsplätze bis zum Jahr 2022 in Aussicht. Aktuell beschäftigt die SHW AG am Stammsitz rund 340 Mitarbeiter, davon sind 20 Auszubildende. Simon betonte zudem, dass das Unternehmen allein in den vergangenen fünf Jahren bereits 25 Millionen Euro am Standort investiert habe.

Der Hintergrund der jüngsten Investition: Die SHW AG hat von einem führenden, deutschen, aber nicht näher genannten Autobauer einen Auftrag mit einem Volumen von insgesamt 100 Millionen Euro erhalten. In Wasseralfingen werden in den kommenden Jahren unter anderem Nockenwellenversteller für Vier-Zylinder-Benzinmotoren hergestellt. „Dieser Motor wird in den kommenden zehn bis elf Jahren in Fahrzeuge verbaut“, prognostiziert Werkleiter Jörg Herrmann. Ein Folgeauftrag ist nicht ausgeschlossen. Die Motorengenerationen verlängern sich aktuell, da die Autohersteller vermehrt den Fokus auf die Elektromobilität statt auf die Entwicklung neuer Verbrennungsmotoren legen.

Ebenfalls in Wasseralfingen werden künftig die Ein- und Auslassrotoren eines Drei-Zylinder-Benzinmotors hergestellt. Dieser Auftrag hat ein Volumen von rund 30 Millionen Euro. Herrmann berichtet von einer Renaissance des Drei-Zylinders-Aggregats. „Viele europäische Hersteller setzen auf diese Technologie“, sagt der Werkleiter. Dank der Aufträge reduziert die SHW zudem den Umsatzanteil des kränkelnden Diesel-Segments. Insgesamt rechnen Simon und Herrmann damit, dass der Umsatz des Wasseralfinger Werks bis zum Jahr 2023 um rund 30 Prozent steigen wird. „Dieser Mehrumsatz ist in den bestehenden Hallen nicht zu realisieren“, erklärt Herrmann.

Wir werden unsere Effizienz am Standort deutlich steigern.

Jörg Herrmann
Werkleiter SHW AG

Der Neubau soll aber nicht nur zusätzlichen Platz bringen. Im Zuge des Umbaus plant SHW, die Prozesse in der Fabrik neu organisieren. Bislang nämlich ist die Versandhalle in der Mitte der Fabrik beheimatet. „Das ist keine optimale Situation“, erklärt Herrmann. 3,5 Millionen Euro wird die neue Halle kosten, die im September 2019 bezugsfertig sein soll. Die neue Logistikhalle wird über eine Fläche von 2000 Quadratmeter verfügen, eine Fläche ähnlicher Größe wird im Herzen des Werkes für die Produktion frei.

Mehrere Millionen Euro fließen zudem in neue Maschinen und Anlagen sowie die Neustrukturierung der Prozesse am Standort. „Wir müssen und werden unsere Effizienz deutlich steigern“, betonte Herrmann, der seit drei Jahren das Werk in Wasseralfingen leitet. Auch die Lehrlingswerkstatt wird erweitert. Deren Fläche soll sich nach dem Umbau verdoppeln

„Diese Investition ist ein deutliches Signal für die Mitarbeiter und die Region“, erklärte Aalens OB Thilo Rentschler, der das Unternehmen gemeinsam mit der Wasseralfinger Ortsvorsteherin Andrea Hatam anlässlich des symbolischen Spatenstichs besuchte. Die Pierer AG, die seit einigen Monaten die Mehrheit an der SHW hält, sei ein „grundsolider Investor, der zum Standort Wasseralfingen steht“. Alle Zeichen stünden auf Wachstum. Den OB dürfte zudem freuen, dass die SHW AG die Zahl der Auszubildenden in den kommenden Jahren auf 40 verdoppeln will.

Allerdings spürt auch die SHW AG den Fachkräftemangel in der Region. Rentschler kündigt deshalb an, die regionalen und lokalen Kräfte bündeln zu wollen, um dieser Problematik Herr zu werden. „Wir versuchen, unseren Teil zur Lösung des Problems beizutragen.“

© Wirtschaft Regional 07.11.2018 16:28
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