Hartmann bekommt eine Chefin

Österreicherin folgt auf Vorstandschef Andreas Joehle, der den Konzern verlassen wird.
  • Britta Fünfstück

Heidenheim. Britta Fünfstück leitet künftig die Heidenheimer Hartmann-Gruppe. Andreas Joehle, Unternehmenschef seit 2013, hatte Ende vergangenen Jahres seinen Rücktritt aus privaten Gründen bekannt gegeben. Am 1. November wird Fünfstück in den Vorstand eintreten und den Vorsitz am 1. Januar 2019 übernehmen. Britta Fünfstück ist bei Clariant, einem Unternehmen für Spezialchemie, Mitglied des Executive Committee und für den Geschäftsbereich Plastics & Coatings sowie mehrere zentrale Konzernbereiche zuständig. „Seit der Gründung 1818 durch Ludwig von Hartmann ist Hartmann zu einem führenden, weltweiten Anbieter von Medizin- und Hygieneprodukten gewachsen“, erläutert Fritz.

Jürgen Heckmann, Aufsichtsratsvorsitzender der HartmannGruppe „Unter Leitung von Britta Fünfstück wird Hartmann fortfahren, die Weichen für eine nachhaltig erfolgreiche Zukunft zu stellen.“ Britta Fünfstück, österreichische Staatsbürgerin, absolvierte nach einer wirtschaftlichen Ausbildung ein Masterstudium in Technischer Physik an der Johannes-Kepler-Universität Linz, das sie 1998 mit Auszeichnung abschloss.

1998 begann Britta Fünfstück ihre Laufbahn als Beraterin bei der Boston Consulting Group. Zwischen 2000 und 2009 hatte sie verschiedene Marketing- und Vertriebspositionen bei Siemens Healthcare in Deutschland und den USA inne und war als Direktorin für Strategie, Planung und Mergers & Acquisitions tätig. Im Juli 2009 übernahm sie im Alter von 36 Jahren als Chief Executive Officer die Geschäftsleitung der 2500 Personen starken Geschäftseinheit Siemens Molecular Imaging in den USA. Im Jahr 2013 wurde sie von Siemens zum Chief Executive Officer der Division Clinical Products nach Erlangen (Deutschland) berufen, welche 9000 Mitarbeitende an zwölf Standorten umfasst, und war zudem Mitglied des Executive Committee von Siemens Healthcare.

„Der wachsende Gesundheitsmarkt wird auch weiterhin stetig neue innovative Lösungen benötigen, um den steigenden Anforderungen zu entsprechen. Hartmann ist sehr gut aufgestellt, um künftig eine noch stärkere Rolle in diesem Markt zu spielen. Ich bin davon überzeugt, dass wir gemeinsam viel bewegen können“, so Fünfstück. Während der sechsjährigen Amtszeit von Andreas Joehle verzeichnete das Unternehmen stetiges Wachstum und erwirtschaftete 2017 einen Umsatz von rund zwei Milliarden Euro. Mit der Eröffnung von neuen Niederlassungen in Südamerika und Asien, sowie mit dem Kauf der Lindor-Aktivitäten, der bislang größten Akquisition in der Hartmann-Geschichte, ist es dem Unternehmen in den letzten Jahren gelungen, auch international erfolgreich zu expandieren.

© Wirtschaft Regional 22.10.2018 12:10
2168 Leser
Ist dieser Artikel lesenswert?