Mobil trotz Handicap

Behindertengerecht Paramobil aus Westhausen baut Autos für Menschen mit körperlicher Einschränkung um.
  • Umbauten an einem Ferrari F360 Spyder. Foto: Andreas Sturm

Westhausen. Mobilität für behinderte oder altersbedingt beeinträchtigte Menschen hat sich die Paramobil GmbH auf die Fahnen geschrieben. Die Westhausener bauen Fahrzeuge verschiedenster Art individuell um, damit sie von Menschen mit Behinderung genutzt werden können.

Seit 28 Jahren gibt es das Unternehmen, das zehn Mitarbeiter in Werkstatt und Büro beschäftigt. Herzstück des Betriebs ist die Werkstatt, in der Kfz-Mechatroniker Pkws, Kleinlaster, Lieferwagen und Kleinbusse behindertengerecht aus- und umbauen. Contergan-geschädigte Menschen etwa sind auf Einbauten angewiesen, die auf ihre Einschränkungen der oberen Gliedmaßen Rücksicht nehmen: Das können beispielsweise spezielle Lenkräder, Fußlenkungen oder Joysticks sein.

Einstiegshilfen und Schwenksitze für Rollstuhlfahrer

Rollstuhlfahrer wiederum benötigen Einstiegshilfen oder Schwenksitze, Pedale, die per Hand bedienbar sind oder Verlader für Rollstühle. Ob Linksgas, Funkfernbedienungen, Aufstehhilfen, Rampen, Trittstufen für Wohnmobile, besondere Sitze für Vielfahrer mit Rückenproblemen oder Gasring: möglich ist vieles. Die Schwierigkeit besteht aber oft darin, die Erfordernissen des TÜV und rechtliche Bestimmungen zu erfüllen.

„Man muss hier sehr kreativ sein, weil bei uns nichts von der Stange ist“, betont Matthias Gerlach, Geschäftsführender Gesellschafter bei paramobil. Die meisten Kunden seien Privatleute, nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus den angrenzenden Ländern. Aber auch Einrichtungen für Behinderte, Autohäuser oder Taxiunternehmen gehörten dazu, so Gerlach. Der Service: Kunden bringen die Fahrzeuge in die Werkstatt nach Westhausen und können sie dort fertig um- und ausgebaut wieder abholen. Wer möchte, kann entsprechend behindertengerecht ausgestattete Fahrzeuge auch direkt bei Paramobil kaufen.

© Wirtschaft Regional 19.10.2018 14:48
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