Kommentar Alexander Bögelein zum Skandal um die P&R-Gruppe

Strengere Regeln nötig

  • Autorenfoto Foto: Könneke Volkmar
Wer sein Geld auf dem grauen Kapitalmarkt anlegt, ist selbst schuld! Häufig genug lassen sich Verbraucher von hohen Gewinnversprechen dubioser Anbieter blenden und ignorieren die Gefahren. Das sind klassische Fälle von „Gier frisst Hirn“.

Doch dieser Erklärungsansatz greift bei dem P&R-Skandal zu kurz. Die Finanzgesellschaft war seit Jahrzehnten am Markt, die langfristige Vermietung von Containern hörte sich so grundsolide an wie die Rendite von zuletzt 4 Prozent.

Und dennoch ist ein Milliardenschaden entstanden. Das zeigt: So richtig es war, dass die Bundesregierung 2014 im Zuge des Prokon-Skandals dem grauen Kapitalmarkt schärfere Regeln verordnete, so wichtig ist es nun, den Schutz für Kleinanleger weiter zu verbessern.

P&R hielt die Anleger mit Informationen kurz. Die Firma warf einen Schleier über finanzielle Verpflichtungen sowie die Miet- und Marktpreise der Container. Natürlich hätten die Anleger aufhorchen können, als Wirtschaftsprüfer der P&R-Gruppe den Bestätigungsvermerk in der Bilanz verweigerten. Doch genau so gut kann man fragen, welchen Sinn es macht, dass die Finanzaufsicht zwar die Verkaufsprospekte kontrolliert, aber nicht die Tragfähigkeit der Geschäftsmodelle bewertet. Noch strengere Kriterien für die Anbieter und mehr Transparenz sind überfällig.
© Südwest Presse 18.10.2018 07:45
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