Börsenparkett

Kursrisiko Donald Trump

Sollte er des Amtes enthoben werden, drohe ein Crash an der Börse. US-Präsident Donald Trump reklamiert in der ihm eigenen Art die seit fast zehn Jahren steigenden Aktienkurse in den USA für sich und warnt vor einem Desaster, sollte er sein Amt verlieren. An der Börse in Frankfurt betrachtet man solche Worte gelassen. Der Unsicherheitsfaktor für die Finanzmärkte sei seit langem Trump selbst. Mit anderen Worten: Ohne den sprunghaften US-Präsidenten könnte es an den Börsen besser laufen. Ähnliche Stimmen sind an der Wall Street in New York zu hören.

Immerhin hat Trump die Märkte in der abgelaufenen Woche nicht mit neuen, fragwürdigen Tweets verunsichert. Die dritte Börsenwoche im August verlief denn auch vergleichsweise ruhig. Der Deutsche Aktienindex (Dax) konnte um rund 1,5 Prozent zulegen auf knapp 12 400 Zähler.

Während der Zahlungsanbieter Wirecard Börsianer weiter begeistert, zweifeln viele an der Prognosefähigkeit deutscher Top-Manager. Bei Linde scheint man die Hürden für die Fusion mit Praxair zu unterschätzen. Bei Continental sorgte die überraschende Gewinnwarnung für einen Kurseinbruch, bei Bayer glaubt Vorstandschef Werner Baumann, dass 8000 Klagen gegen die Tochter Monsanto ein zu vernachlässigendes Problem sind.

Die Mehrheit der Banken verbreitet trotz solcher Nachrichten, trotz Trump, Protektionismus, Brexit, Italien und anderer politischer Unwägbarkeiten Zuversicht. Im Schnitt erwarten sie den Dax zum Jahresende bei 13 200 Zähler. Rolf Obertreis
© Südwest Presse 27.08.2018 07:46
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