Kommentar Helmut Schneider zu den praktischen Folgen des Zollstreits

Spürbare Konturen

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Die Importzölle auf einige US-Waren, welche die EU seit gestern erhebt, sind ein bisschen mehr als nichts – im Vergleich zu dem, was sich aus dem Zollstreit noch entwickeln könnte. Und doch bekommt die bislang lediglich wirtschaftstheoretische Sache so langsam für jeden Verbraucher spürbare Konturen. Die Preise von Lebensmitteln könnten bald steigen.

Gestern hat Daimler mit Blick auf den Handelsstreit seine Gewinnprognose gesenkt. Auch das wird über kurz oder lang bei den Beschäftigten ankommen. Solche kleineren Alarmsignale werden sich noch häufen, weil sich veränderte Rahmenbedingungen erst mit einiger Verzögerung in der realen Wirtschaft bemerkbar machen. Nach und nach werden Konjunkturprognosen nach unten revidiert.

Umso wichtiger wäre es, dass sich die Politik entschiedener dem wirtschaftlich wichtigsten Thema zuwendet: Eine Eskalation des Handelstreits vor allem zwischen den USA und China muss verhindert werden. Denn sollte US-Präsident Trump die Spirale von Zöllen und Gegenzöllen weiter hochschrauben, wären die wirtschaftlichen Folgen kaum mehr auszudenken.

Über Deutschland, das vom internationalen Warenaustausch besonders profitiert, schwebt Trumps handelspolitisches Damoklesschwert. Es ist gut, dass sich die Europäer geschlossen und immer vehementer dieser Drohung entgegenstellen.
© Südwest Presse 23.06.2018 07:45
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