Ein außerordentliches Lebenswerk

Ehrung Dr. Dieter Kress wurde mit der Staufermedaille in Gold des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet. „Der Mapal-Seniorchef hatte immer den richtigen Riecher“, lobte die Wirtschaftsministerin.
  • Ein großes Lebenswerk: Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut zeichnet Dr. Dieter Kress mit der Staufermedaille aus, Blumen gab es für Ehefrau Ruth Kress. Foto: Peter Hageneder

Aalen

Die Staufermedaille für Verdienste um Baden-Württemberg in Gold verleiht der Ministerpräsident selten. Am Mittwoch übergab Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut im Auftrag von Winfried Kretschmann diese hohe Auszeichnung „für ein außerordentliches Lebenswerk“ an Dr. Dieter Kress.

Der Mapal-Seniorchef nahm die Medaille „gerne“ an: „Ich beziehe in diese Ehrung aber ausdrücklich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unseres Familienunternehmens Mapal mit ein.“

Die Auszeichnung sei „Ansporn für uns alle“, versprach Dr. Jochen Kress, der Anfang 2018 die operative Geschäftsführung übernommen hat, bei der Begrüßung der Gäste aus Industrie, Politik und Wissenschaft. Zwei Fotos charakterisierten seinen Vater besonders – am Telefon und vor einem Bauschild: „Er hat immer nach vorne geschaut und das Aktuelle im Blick kommuniziert.“ Diese Mapal-Philosophie wolle er weiterhin leben.

Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut listete die Verdienste von Dieter Kress respektvoll auf: „Engagement im VDMA für faire Einkaufsbedingungen; „Chance 100“ (Qualifikationsprojekt von Langzeitarbeitslosen); Einsatz für die Hochschule Aalen als Mäzen für die Stiftungsprofessur Spanende Fertigung, als Impulsgeber im Kuratorium und im Hochschulrat. Mapal habe sich unter Dieter Kress in 49 Jahren von einem regionalen Gewindebohrerhersteller zu einer internationalen Unternehmensgruppe entwickelt, der Umsatz habe sich verhundertfacht, die Zahl der Beschäftigten sei von 100 auf 5000 gestiegen: „Dieter Kress hat immer neue Ziele verfolgt, er war bei Innovationen oder der Internationalisierung führend und hatte dabei den richtigen Riecher.“ Sozial verantwortlich habe er die Krise 2009 gemeistert und keine Arbeitsplätze abgebaut: „Familienunternehmen wie Mapal repräsentieren die erfolgreiche Wirtschaft Ostwürttembergs.“ Die Ministerin würdigte auch die Ehrenämter von Kress: Vorsitzender des Fachverbands Präzisionswerkzeuge, Mitglied im VDM-Vorstand, in der IHK oder Initiator von PEGASUS.

„Die Verleihung der Staufermedaille an Dieter Kress haben Landrat Klaus Pavel und ich beantragt – „und wurden in Stuttgart erhört“, freute sich Thilo Rentschler. Aalens OB gab der Ministerin weitere Anträge mit nach Stuttgart: Hochschulausbau, Elektrifizierung der Brenzbahn, mehr Geld für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, für die Schulbausanierung und die Digitalisierung. Rentschler lobte besonders das Engagement von Mapal in Mosambik: „Verantwortung hört nämlich nicht am Werkstor auf, Verantwortung für die Weiterentwicklung in Europa und auch für Afrika tragen wir alle. Wenn wir jungen Menschen eine Bleibeperspektive in ihrer Heimat bieten und Bildungschancen lokal ermöglichen, profitieren wir alle.“

In die Ehrung beziehe ich alle Beschäftigten ein

Dr. Dieter Kress
Mapal-Seniorchef

„Unsere hohe Lebensqualität haben wir dem wirtschaftlichen Erfolg von Unternehmen zu verdanken, die mit fachlicher Substanz, Fleiß, Understatement und Zielstrebigkeit von Persönlichkeiten wie Dieter Kress geführt werden“, sagte Hochschulrektor Prof. Dr. Gerhard Schneider. Der Mapal-Seniorchef blicke immer über den Tellerrand hinaus, erkenne früh neue Entwicklungen, spreche Probleme in und außerhalb des Unternehmens offen an - und meistere sie: „Dieter Kress hat Mapal in der Region vernetzt und in Deutschland sichtbar gemacht. Für die Hochschule ist er ein Ideen- und Ratgeber, der offen kommuniziert und auch stark ist, seine Meinung zu ändern – ein praktischer Visionär“.

Dieter Kress dankte für die ehrenden Worte und forderte zu Demut auf: „Ich hatte Glück, von meinem Vater ein solides Unternehmen übernehmen zu dürfen. Dank der positiven Grundstimmung in der Welt konnte ich die technischen und wirtschaftlichen Chancen sowie die der Globalisierung nutzen.“ Für die nächste Generation sehe er aber das Umfeld nicht mehr so positiv: „Die USA ist heute eher ein Gegner, Europa (BREXIT) wird schwächer und China erstarkt. Deshalb muss die Politik für die Menschen in Deutschland die Grundlagen für den Wohlstand durch Investitionen in die Infrastruktur und in Bildung und Ausbildung stärken.“ Mapal werde sich mit der Hochschule Aalen durch eine breit angelegte Aus- und Weiterbildung den steigenden Anforderungen der Digitalisierung stellen.

Die Staufermedaille ist eine besondere, persönliche Auszeichnung des Ministerpräsidenten. Es werden Verdienste um das Gemeinwohl geehrt, die über die beruflichen Pflichten hinaus in ehrenamtlichen, gesellschaftlichen oder bürgerschaftlichen Engagements erworben wurden und lange erbracht wurden.

© Wirtschaft Regional 31.05.2018 11:22
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